Während es im letzten Beitrag eher allgemein darum ging, in der dunklen Jahreszeit aktiv zu bleiben, möchte ich dieses Mal einen konkreten Punkt – und den wohl wichtigsten zugleich – in den Fokus rücken: den Sport! Und zwar den aktiven, nicht den, den du vom Sofa aus betreibst. Immer wieder höre ich, dass das mit dem Sport im Winter ja nicht klappt, weil es zu kalt ist, zu nass, zu dunkel, zu … was auch immer. Ich kenne all diese Ausreden, denn ich habe sie selbst oft genug vorgeschoben. Das mache ich durchaus auch immer noch ab und zu, aber eigentlich weiß ich es längst besser und versuche auch, das zu verinnerlichen. Zumindest bin ich inzwischen so ehrlich, auf die Frage, warum ich keinen Sport gemacht habe, zu antworten, dass ich keine Lust hatte und mir der Ansporn gefehlt hat. Diese ehrliche Antwort nervt mich dann nämlich genug, um mich zumindest kurz darauf dann doch zu bewegen.

Geht nicht, gibt’s nicht

Es mag ja Sportarten geben, die im Winter wirklich gar nicht gehen, aber allzu viele sind das im Prinzip nicht. Das Freibad hat geschlossen, die Tennisanlage ebenfalls, und Beach-Volleyball bietet sich auch nicht an. Aber mal ehrlich: Es gibt Hallenbäder, Tennishallen und alle Ballsportarten kann man ohnehin drinnen spielen. Es ist ja in unseren Breitengraden auch nicht gerade so, dass wir sechs Monate lang in Schnee und Eis versinken. Und selbst in den Regionen, in denen wir höhere Lagen haben: Ja bitte, dann sind das die besten Voraussetzungen für den Wintersport!

Rodeln, Snowboarden, Langlauf oder Eisbahn

Wer in einer Wintersportregion lebt, ist eigentlich sehr zu beneiden. Dort gibt vorbereitete Bahnen und Pisten für alles, was der Winter hergibt. Da klappt es am Wochenende oder sogar nach Feierabend oft noch mit einer Abfahrt vom Berg, ein paar Runden auf der Eisbahn oder ein paar Kilometern in der Loipe. Wer Kinder hat, nutzt die Rodelbahnen, im besten Fall nach einem Aufstieg zu Fuß, und schon sind etliche Kalorien verbraucht. Langlauf ist besonders sinnvoll und effektiv und für jedermann geeignet. Es schont die Gelenke, ist schnell zu erlernen und ein toller Ausdauersport, der in vielerlei Hinsicht gesund ist und dich voranbringt. Und der Unkenruf, das sei langweilig, ist schnell wiederlegt. Das sagen nur die, die es noch nie ausprobiert haben. Um es einfach mal auszuprobieren, kannst du dir eine entsprechende Ausrüstung leihen. Findest du Gefallen daran, solltest du dir eigene Ski und Schuhe anschaffen, die optimal auf dich zugeschnitten sind. Wer ein bisschen Übung erlangt hat, braucht auch nicht zwingend eine präparierte Loipe – immer mehr Leute sieht man inzwischen beim Langlauf in den Großstädten.

Radeln und Laufen

Auch Fahrrad und Laufschuhe musst du im Winter nicht in die Abstellkammer räumen. Nichts spricht dagegen, diese Sportarten im Winter nachzugehen. Wenn wir überhaupt mal richtig Schnee haben, werden die Rad und Fußwege prinzipiell geräumt. Möglicherweise musst du deine Strecke mal etwas anpassen oder zeitlich etwas flexibler sein, weil ganz früh am Morgen die Räumdienste noch nicht fertig sind, aber das war es auch schon. Auf einer festen Schneedecke ist Radfahren und Laufen ohnehin auch nicht so problematisch, du sollst ja kein Rennen fahren. Mit einem Mountain- oder Tourenbike ist sowieso alles entspannt. Einzig Eisglätte ist tückisch und das einzige wirkliche Argument, um auf die Sporteinheit zu verzichten. Es geht nicht darum, dass du Rekorde brichst, sondern darum, dass dein Körper überhaupt in Bewegung kommt und gefordert wird. Die frische Luft hat dabei zusätzlich eine positive Wirkung, denn uns fehlt im Winter das Sonnenlicht. Wenn du dich regelmäßig zu kurzen Rad- oder Laufeinheiten aufraffst, streichst du gleichzeitig wenigstens ein Mindestmaß an Tageslicht ein, das ist zugleich positiv fürs Gemüt und verscheucht jeden Winterblues.

Ausrüstung ist entscheidend

Ein bisschen was musst du schon berücksichtigen, wenn du bei kalten Temperaturen draußen unterwegs bist. Am wichtigsten ist die passende Kleidung. Der Markt bietet heute unzählige Varianten an Funktionskleidung, die du auch nutzen solltest. Wenn du in reiner Baumwolle schwitzt, dann wirst du feucht und kalt. In entsprechender Funktionskleidung wird der Schweiß nach außen abgeleitet, während die Materialien deinen Körper nicht nur trocken, sondern gleichzeitig auch warmhalten. Viele Shirts oder Jacken haben integrierte Daumenlöcher oder -schlaufen, sodass deine Hände mitgewärmt werden, auch wenn zusätzliche Handschuhe empfehlenswert sind. Achte auch auf Kleidung, die Wind und Wasser abweist oder im besten Fall sogar wasserdicht ist. Ab Temperaturen unter circa 7 Grad solltest du eine Mütze oder zumindest ein Stirnband tragen. Und natürlich empfiehlt es sich, auch bei den Laufschuhen Modelle zu wählen, die wasserdicht sind. Diese Kleidungsstücke sind zwar etwas teurer, dafür aber auch so hochwertig, dass du lange daran Freude hast. Die Anschaffung lohnt sich definitiv. Und wenn du ein bisschen Zeit aufwendest, findest du auch viel Angebotsaktionen, bei denen du ordentlich sparen kannst. Wenn du zu Zeiten draußen unterwegs bist, zu denen es noch oder schon dunkel ist, solltest du auf eine ausreichende Beleuchtung achten. Beim Fahrrad also auch eine Standbeleuchtung bzw. einen zuverlässigen Dynamo und beim Laufen zum Beispiel eine Stirnlampe. Wem das trotzdem nicht ganz geheuer ist, der ist mit einem Laufpartner gut beraten. Das schadet so oder so nicht, weil man sich gegenseitig noch besser anspornt und indirekt unter Druck setzt.

Drinnen geht`s immer

Wenn du noch immer nicht davon überzeugt bist, dass es dir gut tun würde, auch im Winter viel Zeit beim Sport an der frischen Luft zu verbringen, dann hast du trotzdem keine funktionierenden Gegenargumente. Die Hallenschwimmbäder sind ganzjährig geöffnet, Fitnessstudios sowieso. Alternativ gibt es nahezu in jedem Ort – auch auf dem Land – Sportvereine, die ganz verschiedene Sportarten und Kurse anbieten, und das zu niedrigen Preisen bei einer Vereinsmitgliedschaft. Alternativ bieten die Volkshochschulen zeitlich begrenzte Sportkurse an. Von A wie Aquafitness bis Z bis Zumba-Tanz ist so ziemlich alles dabei, wenn man sich mal etwas genauer umschaut. Das ist zum Beispiel bestens geeignet, um eine dir noch unbekannte Sportart einfach mal auszuprobieren. Solltest du dir jetzt Sorgen um die Kosten machen: Investieren solltest du in eine sinnvolle Bekleidung, nach Möglichkeit immer Funktionskleidung, die auf die jeweilige Sportart abgestimmt ist. Die Materialien sind in der Regel nicht nur funktionell, sondern darüber hinaus sehr robust und schnelltrocknend. Das heißt, du kannst deine Sportklamotten abends noch in die Waschmaschine stecken und am nächsten Tag schon wieder nutzen. Somit kannst du rein theoretisch mit einem Outfit auskommen, auch wenn zumindest zwei natürlich empfehlenswert sind. Was Mitgliedschaften oder Kursgebühren angeht, solltest du unbedingt bei deiner Krankenkasse nachfragen, ob sie sich möglicherweise daran beteiligt. Es gibt hier ganz unterschiedliche Angebote oder Bonusprogramme, mit denen du Zuschüsse bekommen kannst.

Fazit

Ja, es fällt im Winter schwerer, sich zum Sport aufzuraffen, dem widerspreche ich nicht. Aber wirklich zählende Argumente dafür, dass es gar nicht geht, gibt es faktisch nicht. Es ist vielleicht ein wenig mehr Aufwand nötig, alles andere findet nur in deinem Kopf statt oder ist deinem laut bellenden inneren Schweinehund zuzuschreiben. Also nicht, was du nicht ändern könntest, wenn du es wirklich willst.

 

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