Gestatten mein Name ist Kalorien

Überall werden wir mit dieser Maßeinheit konfrontiert. Die wenigsten wissen, dass es sich hierbei um eine veraltete und sehr ungenaue Maßeinheit handelt. Bereits 1948 sollte dieser Wert zugunsten der genaueren Einheit Kilojoule abdanken. Schon 1969 wurde der Begriff Joule vom Gesetzgeber vorgeschrieben und die Klassifizierung in Kalorien oder Kilokalorien verboten. Trotzdem erfreute sich der Begriff Kalorie in der Bevölkerung weiterhin großer Beliebtheit und wurde im Warenverkehr der EU nach den 2010 veröffentlichten Richtlinien neben der Angabe Joule wieder zugelassen. Jedoch unter der Auflage, dass die Größenordnung Kalorie nicht hervorgehoben werden darf.

Der Begriff kommt aus dem lateinischen Wort calor und heißt Wärme. Mit der Kalorie wird  die Energie gemessen, die man mit der Nahrung zu sich nimmt und jene, die der Körper für verschiedene Funktionen verbraucht. Die Kalorienzahl eines Nahrungsmittels gibt Auskunft darüber, wie viele Einheiten an Energie dem Körper zur Verfügung stehen, nachdem man dieses Nahrungsmittel gegessen hat. Die Energie selbst wird im Körper für unterschiedliche Funktionen benötigt. Zum Beispiel für Wachstums- und Transportvorgänge, Prozesse zum Zellaufbau und –regeneration. Aber auch die Verdauung, Muskelbewegungen oder die Herz- und Atemarbeit verbrauchen einen Teil der zugeführten Energie. Ob Joule, Kilojoule, Kalorie oder Kilokalorie, all diese Größen geben wieder, ob unsere Nahrung viel oder wenig Energie beinhaltet.

Je mehr Energie wir mit der Nahrung oder Getränken aufnehmen umso mehr steht unserem Körper zur Verfügung. Die gelieferte Energie kann entweder durch körperliche Aktivität wieder verbraucht werden oder wird in so genannten „Fettdepots“ eingelagert auf die der Körper in Zeiten zurückgreifen kann, in dem ihm weniger Energie zugeführt wird als er tatsächlich benötigt.

Der Grundumsatz an Kalorien schwankt bei jedem Menschen und ist im Wesentlichen vom Alter, der Körpergröße, dem Geschlecht und dem Gewicht abhängig. Der Grundverbrauch dokumentiert die Anzahl der benötigten Kalorien die der Körper benötigt, um die „Grundversorgung“ des eigenen Organismus und aller lebensnotwendigen Funktionen aufrechterhalten zu können. Auch äußere Faktoren wie die Umgebungstemperatur können den Grundumsatz beeinflussen. Eine viel genauere Berechnung des tatsächlichen Grundumsatzes  lässt sich mit Hilfe eines so genannten Spirometers messen. Dieses Gerät misst den Sauerstoffverbrauch und die Kohlendioxydabgabe in der Atemluft. So kann der Grundumsatz in Ruhe aber auch während sportlicher Aktivität gemessen werden. In Deutschland verfügen bereits eine Menge von Kliniken und Praxen über solche Geräte.  Wer seinen Grundumsatz nur ungefähr einschätzen möchte für den stehen im Internet verschiedene Rechner zur Verfügung. Empfohlen seien hier die Seiten:

  • www.fettrechner.de
  • www.apotheken-umschau.de/Abnehmen/Ihr-persoenlicher-Grundumsatz-52574_2.html
  • www.bmi-rechner.net

Wie gravierend die Anzahl der Kalorien sich auf unser Körpergewicht auswirken kann, möchte ich anhand eines kleinen Beispiels (wie so oft aus der Praxis) sehr deutlich beschreiben. Die Aufnahme von 8000 Kalorien welche vom Körper nicht benötig werden, hat einen Fettzuwachs von ca. 1 Kilogramm zur Folge. Wenn ich also mein Ernährung- und Bewegungsverhalten nicht verändere hat der zusätzliche Genuss einer Tasse Milchkaffee (mit 1 Teelöffel Zucker) eine Gewichtszunahme von 5-6 Kilogramm im Jahr zur Folge:

Das glaubst Du nicht? Hier ist der Beweis:

Milchkaffee 250 ML = 85 Kcal

1 Teelöffel Zucker = 45 Kcal

Gesamt : 130 KCAL pro Tag

Monat (30 Tage): 3900 KCAL

Jahr 46 800 KCAL = 5,85 Kg (Gewichtszunahme )

Anhand dieses Beispiels kann jeder von uns sicher sehr gut nachvollziehen, warum auch kleine Sünden dann besonders fatale Auswirkungen haben, wenn sie regelmäßig vollzogen werden.