Ich habe hier inzwischen eine Menge darüber erzählt, worauf wir bei unserer Ernährung achten sollten, wenn wir abnehmen wollen. Ganz klar geht es da – wie immer – um die Bilanz zwischen Energiezufuhr und Verbrauch von Kalorien. Das ist und bleibt wichtig, denn dabei geht es nicht nur ums Abnehmen, sondern auch um die Gesundheit, die nur bei einer ausgewogenen Ernährung gewährleistet werden kann. Doch neben dem Inhalt der Nahrung spielt auch die Art und Weise eine Rolle, in der wir sie zu uns nehmen.

Hektische Zeiten

Es wird heutzutage viel von Entschleunigung geredet, und das nicht ohne Grund. Unsere Zeit ist hektisch, vollgepackt mit Eindrücken, und eigentlich machen wir doch alle ständig mehrere Dinge gleichzeitig. Das berühmte Multi-Tasking mag in manchen Situationen hilfreich sein, insgesamt stresst es uns aber eher. Auf daher ist es weniger effektiv, und gesund ist es obendrein auch nicht. Und da kommt auch schon das Essen ins Spiel: Frag Dich mal ganz ehrlich, wie Du isst, wenn Du isst …

Medialer Begleiter

Gemütlich auf dem Sofa, der Fernseher läuft, neben uns das Smartphone oder das Tablet und auf dem Schoß die Schale Knabberkram. Kommt Dir das bekannt vor? Frage Dich bei Gelegenheit, warum Du in einer solchen Situation isst. Hast Du dann wirklich Hunger? Oder ist es einfach eine Gewohnheit, dass zum Film am Abend die Tüte Chips gehört, weil das eine Art von Kino-Atmosphäre schafft? Im Zweifel ist es ja auch gar nicht die Tüte Chips, sondern das komplette Abendessen, das Du so zu Dir nimmst. Was gemütlich klingt, ist aber nicht gesund oder hilfreich. Durch TV, Handy und Mails bist Du immerzu abgelenkt und erklärst das Essen zwangsläufig zur Nebensache. Entsprechend wenig Aufmerksamkeit schenkst Du ihm. Das ist nicht nur schade. Es führt auch dazu, dass Du nicht bewusst ist, und so wird sich auch das Hungergefühl im Zweifel nicht bewusst einstellen. Punkt um wirst Du schon kurz nach dem eigentlich völlig ausreichenden Abendessen trotzdem noch die Tüte Chips hervorholen, weil es ja einfach dazugehört.

Immer zwischen Tür und Angel

Von Hektik sprach ich ja bereits. Wir hetzen im Job von Termin zu Termin, weil wir effektiv sein und Leistung bringen müssen, um voran zu kommen. Für eine entspannende und wohltuende Mittagspause ist eigentlich nie so richtig Zeit. Wir können die halbe Stunde oder Stunde ja besser nutzen, indem wir sie auch noch mit Arbeit füllen. Also wird zwischendurch schnell irgendwas gegessen. Im schlimmsten Fall noch im Gehen von A nach B, oder im Stehen am Schreibtisch, während man sich die neue Präsentation ansieht. In diesen Situationen ist an einen leckeren Salat oder ähnliches eher nicht zu denken, praktischer sind da der Burger, die Wurst vom Grill oder andere Fast Food-Gerichte, die man in der einen Hand und ohne Besteck essen kann, damit die anderen Hand weiter arbeiten kann. Alternativ fällt das Essen am Mittag auch gern mal ganz aus, dafür ist der Hunger am Abend aber so groß, dass man wahllos isst, was da ist, und bis man sich völlig überladen fühlt.

Nimm Dir Zeit

In beiden Fällen wirst Du immer zu schnell essen. Entweder aus tatsächlich gefühltem Zeitmangel oder aber aus Unaufmerksamkeit. Dein Magen findet das in vielen Fällen gar nicht angenehm und rächt sich im Zweifel mit Krämpfen, Gasen oder anderen Möglichkeiten. Hinzu kommt, dass Du Deinem Körper auf diese Weise nicht ermöglichst, Dir ein Sättigungsgefühl zu schenken. Du kannst das ganz einfach ausprobieren und Dir selbst beweisen, indem Du es mal ganz konkret ausprobierst und vergleichst. Du isst an zwei Tage hintereinander zu einer Mahlzeit genau das gleiche Gericht in gleicher Menge. Einmal isst Du hektisch und wie nebenbei, beim zweiten Mal ganz bewusst und in Ruhe. Du nimmst Dir Zeit für Dich und Dein Essen, setzt Dich an den Esstisch und kaust gründlich und langsam. Beobachte dann, wie schnell Du im Anschluss wieder Hunger empfindest. Ich bin sicher, Du wirst einen enormen Unterschied feststellen!

Genuss in Maßen

Mit der gesunden und ausgewogenen Ernährung klappt es nur, wenn Du sie auch genießen kannst. Das braucht vielleicht etwas Zeit, weil Du Dich über die Jahre an sehr süßes oder fettes Essen gewöhnt hast. Doch das lässt sich umtrainieren, Du brauchst nur etwas Geduld. Du sollst auch gar nicht auf alles verzichten. Wenn Du Deine Ernährung konsequent umstellst, dann darfst Du Dir ab und zu auch mal etwas Besonders leisten, auf das Du sonst eher verzichtest. Mit einem bewussten und langsamen Essen wird sich aber dein Hungergefühl regulieren. Heißhungerattacken, in denen Du nimmst, was da ist – vorwiegend zuckerhaltige Naschereien – gehören dann irgendwann der Vergangenheit an.

Der Weg ist das Ziel

Dieses altbekannte Sprichwort lässt sich bestens auch aufs Essen  ansetzen. Der Weg ist hier das Kochen vor dem Essen. Du solltest immer beides als Einheit sehen. Das beginnt schon beim Einkaufen. Gehe bewusst und mit Lust durch die Gemüseabteilung und wähle dort aus, was Dir besonders gut schmeckt. Wenn Du gern Obst magst, dann arrangiere eine hübsche Schale voller Früchte in Deiner Küche. Du wirst immer irgendwann automatisch danach greifen, anstatt zu den Süßigkeiten in der Schublade. Überlege Dir – allein oder mit Deinem Partner – worauf Du Appetit hast. Natürlich im Rahmen einer gesunden Küche. Dann bereitest Du die Zutaten ganz in Ruhe zu, schnippelst und putzt das Gemüse, verteilst Kräuter und Gewürze auf einzelne Schalen und zauberst so schon vor dem eigentlichen Essen ein leckeres Bild in Deine Küche. Ein bisschen Musik im Hintergrund entspannt zusätzlich. Vom Gemüse schon beim Kochen zu naschen, ist natürlich durchaus erlaubt. Du wirst sehen, dass Du das fertig zubereitete Essen am Ende viel mehr genießen wirst. Es macht einfach mehr Spaß, wenn man weiß, mit was für tollen, frischen Zutaten man gekocht hat, anstatt sich ein Fertiggericht in den Ofen zu schieben. Und noch schöner ist es natürlich, wenn man es zu zweit oder mit mehreren macht.

 

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