Heute möchte ich gern mal auf das Thema Einkaufsverhalten zu sprechen kommen. Viele vergessen nämlich oder wissen vielleicht auch gar nicht, dass bereits der Einkauf unser Gewicht beeinflusst. Und dabei geht es nicht darum, dass du am Ende nicht den kompletten Einkaufswagen mit Chipstüten, Schokolade und Cola gefüllt hast. Dass das nicht sinnvoll ist, muss niemandem erklärt werden. Die eigentliche Beeinflussung ist deutlich unterschwelliger und leider bei weitem nicht so eindeutig, darum tappen so viele von uns auch immer wieder in diese Falle. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dir das auch schon passiert ist. Aber vielleicht kann ich ja ein bisschen dazu beitragen, dass es künftig nicht mehr passiert.

Die Sache mit dem Hunger

Die Aussage, dass man niemals mit Hunger im Bauch essen gehen sollte, ist nicht wirklich neu, wird aber nachweislich doch sehr häufig ignoriert. Ich kenne das selbst: Nicht immer fahre ich zur gleichen Zeit einkaufen, sondern versuche das so in den Tagesablauf einzubinden, wie es gerade passt. Wir leben in einer schnellen Zeit, davon kann ich mich nicht ausnehme, und ich habe definitiv noch nie klar entschieden “Jetzt gehe ich nicht einkaufen, denn ich bin nicht völlig satt”. Okay, das ist überspitzt, trifft aber den Punkt. Warum sonst esse ich an diesen Tagen immer direkt nach dem Einkauf und dann mit Heißhunger? Verlockungen zu widerstehen fällt uns deutlich leichter, wenn wir satt und zufrieden sind. Auch wenn es um die Einkäufe für die nächsten Tage geht, wir kaufen anders ein, wenn uns das Wasser beim Anblick der Regale im Mund zusammenläuft. Da es nie ganz konsequent klappen wird, das Timing perfekt zu planen, lautet mein Tipp: Iss zumindest einen Apfel oder einen Naturjogurt vor dem Einkaufen, wenn die letzte Mahlzeit schon länger her ist. Allein dadurch erinnerst du dich auch daran, dass du vorsichtiger sein musst, wenn du durch die Regale schlenderst, und der Hunger ist auch fürs erste gestillt.

Ganz wichtig: Einkaufszettel schreiben

Lange Zeit war ich stolz darauf, keinen Zettel zu benötigen, weder beim Einkaufen noch für andere Dinge. Die Zeiten sind leider längst vorbei, doch was den Einkaufszettel betrifft, bin ich ganz froh darüber. Wenn du dir vor dem Einkauf genau aufschreibst, was du brauchst, fällt es dir deutlich leichter, auch wirklich nur diese Dinge zu kaufen. Der Zettel schickt dich sozusagen von Station zu Station, möglichst ohne Umwege. Um das noch stärker zu regeln, schreibe ich meinen Einkaufszettel inzwischen in der Reihenfolge, wie die Produkte im Supermarkt auch zu finden sind. Dann vermeide ich unnötige Abweichungen noch besser. Was auf den ersten Blick vielleicht etwas seltsam klingt, spart am Ende nicht nur Kalorien, sondern auch noch Zeit, denn wenn du planlos durch den Markt schlenderst um spontan zu entscheiden, was du kaufen willst, dauert es deutlich länger.

Besser nur einmal pro Woche in den Supermarkt

Ebenfalls wichtig ist, wie häufig du einkaufen gehst. In der Regel gibt es zwei Grundtypen. Typ 1 geht immer dann in den Supermarkt, wenn er gerade etwas braucht oder wenn er gerade daran vorbeifährt, nach dem Motto “Ach, ich könnte ja noch mal schnell …”. Typ 2 geht gezielt einmal die Woche zum Einkaufen und besorgt dann alles, was er für die nächsten Tage braucht. Ich habe tatsächlich beides ausprobiert und festgestellt, dass ich bei der zweiten Variante auch noch günstiger davonkomme. Es klappt natürlich nicht immer zu hundert Prozent, denn mal vergesse ich etwas, mal brauche ich kurzfristig etwas, weil zum Beispiel Besuch kommt und mal brauche ich vielleicht etwas, was es beim eigentlichen Wocheneinkauf gerade nicht gab. Auf zwei Besuche im Supermarkt komme ich somit im Schnitt, und damit komme ich gut zurecht.

Noch einmal zum Einkaufszettel: Das muss drauf

Hier greifen jetzt zwei Tipps ineinander über: Gehst du nur einmal pro Woche zu einem “Großeinkauf”, so bedingt das umso mehr einen genauen und vollständigen Einkaufzettel. Du bist dadurch fast gezwungen, dein Essen für die gesamten nächsten Tage zu planen. Das heißt nicht unbedingt, dass du gerade eine Diät machst und alles exakt nach Rezept auflistest. Es geht vielmehr darum, dass du beschließt, zum Beispiel nur an zwei Tagen Fleisch zu essen, insgesamt aber sehr viel Gemüse. Greife zu deinem Lieblingsgemüse, dann fällt dir auch das gleich viel leichter. Wenn es dir schwerfällt, auf Süßes komplett zu verzichten, dann schreibe ganz gezielt zum Beispiel 1 Tafel Schokolade auf den Zettel. Diese muss dann auch für die ganze Woche reichen. Da du das weißt, wirst du sie mit viel mehr Bedacht essen und jedes Stück noch mehr genießen. Je seltener du dich im Supermarkt aufhältst, desto seltener kannst du natürlich auch in Versuchung geraten, doch etwas “Falsches” zu kaufen.

Insgesamt sparst du dadurch auch eine Menge Zeit. Zum einen, weil du weniger Zeit beim Einkaufen verbringst, zum anderen, weil du durch die Vorausplanung nicht jeden Tag lang überlegen musst, was du kochen willst oder noch einkaufen musst.

Fazit

Mit ein paar Tricks und einer Gewöhnungsphase von vielleicht ein paar Wochen wirst du beim Einkaufen Geld, Zeit und Kalorien sparen. Das sollte Ansporn genug sein. Du wirst sehen, dass es Spaß macht, einen ganzen Korb frisches Gemüse in der Küche auszupacken, zu wissen, dass du dich in den nächsten Tagen nicht in das Supermarktgedrängel mischen musst und zu spüren, dass dir das Ganze auch noch körperlich guttut. Sei nicht allzu streng mit dir, wenn es mal nicht funktioniert, sondern nimm dir vor, es dann in der Folgewoche erst recht hinzubekommen. Lass dir nicht einreden, dass man auf diese Weise nicht frisch einkaufen kann: Obst und Gemüse halten sich durchaus etliche Tage, wenn du sie richtig lagerst. Und du kannst bei einem Blick in den prall mit tollen Lebensmitteln gefüllten Kühlschrank viele neue Rezeptideen kreieren.

 

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