Adipositas-Erkrankungen

Unter Adipositas versteht man starke Ausprägungen von Übergewicht. Sie beginnt ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 und wird ab da in drei verschiedene Schweregrade unterteilt. Alle Adipositas-Formen können schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Atemnot und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Gelenkverschleiß nach sich ziehen.

Adipositas und Kinderwunsch

Starkes Übergewicht hat oft eine negative Auswirkung auf die Fruchtbarkeit. Viel größer sind jedoch die Risiken während einer Schwangerschaft, sowohl für die Mutter als auch für das Kind. Adipöse Frauen, die einen Kinderwunsch hegen, sollten daher unbedingt bereits im Vorwege der Schwangerschaft ihr Gewicht deutlich reduzieren, im besten Fall zum Normalgewicht (BMI = 18,5 – 29,9). Eine Diät während der Schwangerschaft ist ausgeschlossen, da diese dem ungeborenen Kind schaden kann.

Risiken zu Beginn der Schwangerschaft

Schwangere, die unter Adipositas leiden, sollten sich während der gesamten Schwangerschaft auf jeden Fall sorgfältig durch einen Arzt betreuen lassen. Nur so können durch das Übergewicht bedingte Komplikationen für Mutter oder Kind rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Die bei einer Schwangerschaft üblichen Ultraschalluntersuchungen sind im Falle Adipositas-Betroffener weniger aussagekräftig, da die Signale nicht ausreichend weit in den Bauchraum eindringen können. Mögliche Komplikationen wie beispielsweise Fehlbildungen des Babys werden so oft zu spät oder gar nicht erkannt.

Durch den vergrößerten Bauchumfang entgehen der werdenden Mutter auch die ersten Bewegungen des Kindes. Während normalgewichtige Frauen diese typischen Merkmale bereits ab der 18. Woche der Schwangerschaft spüren, tritt dieser Effekt bei stark übergewichtigen Patientinnen häufig erst nach der 24. Woche auf.

Auch nach außen hin wird die Schwangerschaft verspätet und anders deutlich. Während der Bauch einer normalgewichtigen Schwangeren kompakt, klein und eher tief ausgebildet ist, haben die Babys bei adipösen Frauen ausreichend Platz, sich in dem ohnehin übermäßig großen Bauch zu entwickeln. Das führt dazu, dass derartige Schwangerschaften oft erst sehr spät erkannt werden.

Weitere Risiken

Frauen, die unter Adipositas leiden, sind ohnehin einem deutlich größeren gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Während der Schwangerschaft erhöht sich dieses Risiko und kann auch das ungeborene Kind betreffen.

Die Möglichkeit, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, ist aufgrund der bereits vorher bestehenden Insulinempfindlichkeit deutlich höher. Ein Zuckerbelastungstest, der in der Regel in der 24. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, überprüft diese Gefahr. Neben dem Blutzuckerspiegel muss bei stark übergewichtigen Schwangeren auch der Blutdruck sehr häufig kontrolliert werden, ebenso die Entwicklung des ungeborenen Kindes.

Der bei adipösen Frauen häufig auftretende Bluthochdruck kann zu einer Präeklampsie sowie Eklampsie führen, die durch Eiweißausscheidungen gekennzeichnet sind und häufig starke Krämpfe mit sich bringen.

Die Geburt

Statistiken zeigen, dass es bei adipösen Schwangeren häufiger zu Frühgeburten oder Aborten kommen kann. Ebenso besteht die Gefahr, dass das Ungeborene per Kaiserschnitt entbunden oder die Geburt eingeleitet werden muss. Je höher der BMI der werdenden Mutter, desto höher ist auch das Risiko abnormer fetaler Herzschläge des Babys kurz vor der Geburt. Auch eine Diskrepanz zwischen Geburtsweg und Größe des Kopfes wird durch einen erhöhten BMI begüngstigt. Insgesamt besteht ein deutlich erhöhtes Komplikationsrisiko bei der Geburt.

Auswirkungen auf das Leben des Kindes

Auch wenn das Baby gesund auf die Welt gekommen ist, kann die Fettleibigkeit der Mutter nachhaltige Schäden verursachen. Kinder adipöser Mütter laufen laut einer britischen Studie im späteren Verlauf ihres Lebens Gefahr, deutlich eher an Herzkreislauferkrankungen zu leiden. Darüber hinaus werden betroffene Kinder später häufig selbst stark übergewichtig und müssen die damit einhergehenden Folgerisiken in Kauf nehmen.

Vorsorge

Stark übergewichtige Frauen, die schwanger werden möchten oder es bereits sind, sollten neben einer ausreichenden ärztlichen Kontrolle besonders auf ihre Ernährungsweise achten. Keinesfalls ist es zutreffend, dass werdende Mütter „für zwei essen“ dürfen. Stattdessen sollten betroffene Frauen auf eine besonders ausgewogene und gesunde Ernährungsweise achten, die auf die Zufuhr von Vitaminen sowie Mineral- und Ballaststoffen ausgerichtet ist.

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