Interview mit PD Dr. med. Günther Meyer und seinem Stellvertreter Dr. med. Min-Seop Son

Dr. med. Günther Meyer
Dr. med. Min-Seop Son

Adipositaskliniken:

Ihr Zentrum ist als Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie von der chirurgischen Fachgesellschaft zertifiziert. Welche Bedeutung hat die Zertifizierung für Sie und Ihr Team, aber auch für die Patienten?

PD Dr. Günther Meyer:

Für unser Haus und das Behandlungsteam bedeutet dies sicher erst einmal eine gewisse Verpflichtung, die verschiedenen Therapieabläufe sehr transparent und auf einem hohen Standard umzusetzen. Außerdem erfordert die Zertifizierung einen hohen Standard in der medizinischen und personellen Ausstattung des Zentrums. Auch die Anzahl der Eingriffe und die chirurgische Qualifikation spielen eine Rolle. Für Patienten bedeutet das, dass sie sowohl in der konservativen als auch in der chirurgischen Therapie ein Höchstmaß an Kompetenz erfahren und jede einzelne Therapiephase professionell umgesetzt wird.

Adipositaskliniken:

Seit mehr als 20 Jahren sind Sie im Bereich der Adipositaschirurgie sehr aktiv tätig. Welche Motivation liegt diesem Engagement zugrunde und gab es im Laufe dieser Zeit gravierende Veränderung im Bereich der Adipositaschirurgie?

PD Dr. Günther Meyer:

Grundsätzlich liegt nicht nur meine Motivation, sondern die des gesamten Teams darin, unseren Patienten wirksam zu helfen das Gewicht zu reduzieren und auch die gesundheitliche Situation langfristig zu verbessern. Viele Adipositaspatienten leiden auch an verschiedenen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder einem Diabetes. Hier kann die Chirurgie in Kombination mit konservativen Therapieangeboten viel leisten. Somit motivieren uns natürlich auch die beeindruckenden Ergebnisse, die wir gemeinsam mit den Patienten erzielen. Sicher gab es eine Reihe von Veränderungen, die die Sicherheit und auch die Therapieerfolge maßgeblich verbessert haben. Ersteingriffe, aber auch manchmal notwendig werdende Zweit- oder Dritteingriffe, werden mittlerweile regelhaft „Minimal Invasiv“ durchgeführt. Dies führt zu weniger Komplikationen und einer deutlich verkürzten Verweildauer im Krankenhaus. Auch die OP-Methoden wurden stetig weiterentwickelt und damit die Therapieergebnisse immer weiter verbessert. Dennoch darf eine Operation nicht als „Selbstläufer“ verstanden werden. Es erfordert ein lebenslanges Engagement – sowohl von den Patienten als auch vom ganzen Behandlungsteam – um die erzielten Therapieerfolge zu sichern.

Adipositaskliniken:

Wie verläuft in der Regel eine erfolgreiche Therapie im Adipositaszentrum München Gräfelfing?

Dr. med. Min-Seop Son:

Am Anfang stehen immer ein ausführliches Gespräch und eine Reihe von Untersuchungen. Wichtig ist zunächst einmal, die Ursachen für die Gewichtsentwicklung herauszufinden. Hier können ganz unterschiedliche Faktoren die Entstehung bzw. den Fortschritt der Adipositaserkrankung beeinflussen. Erst dann können wir gemeinsam mit unseren Patienten eine Strategie entwickeln, dieser Erkrankung wirksam zu begegnen. Wenn eine Operation angestrebt wird, gilt es zunächst eine Reihe von Untersuchungen vorzunehmen, aber auch geeignete Therapieangebote auszuarbeiten. Aber auch hier unterstützen unsere Mitarbeiter jeden Patienten und erstellen einen ausführlichen und individuellen Therapieplan. Nach der Operation finden in unserem Zentrum regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen statt. Diese gewährleisten dann ein optimales Therapieergebnis. Patienten, die keine OP anstreben oder aus unterschiedlichen Gründen nicht für eine solche Maßnahme in Betracht kommen, unterstützen wir durch konservative Therapieangebote oder eventuell ein endoskopisches Verfahren, wie z.B. einen Magenballon.