Stress macht dick

Stress ist eine biologische Schutzreaktion des Körpers, die euch in herausfordernden Situationen leistungsfähig halten soll. Je nach Dauer und Intensität kann Stress jedoch maßgeblich zur Gewichtszunahme beitragen. Adipositasexpertinnen und -experten weisen darauf hin, dass vor allem anhaltende Belastungen den Stoffwechsel nachhaltig verändern.

Positiver und negativer Stress wirken unterschiedlich

Nicht jede Form von Stress ist problematisch. Aktivierender Stress wird als belebend empfunden, steigert die Konzentration und sorgt kurzfristig für mehr Energie. Belastender Stress hingegen löst Gefühle wie Überforderung, Angst oder Ärger aus. Ihr habt dabei häufig das Empfinden, keinen Einfluss mehr auf die Situation zu haben. Bleibt dieser Zustand über längere Zeit bestehen, kann er eurer Gesundheit schaden und das Risiko erhöhen, dass Stress dick macht.

Warum Dauerstress den Körper aus dem Gleichgewicht bringt

Wie stark ihr auf Stress reagiert, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen genetische Voraussetzungen, euer soziales Umfeld, frühere Erfahrungen und eure aktuelle Lebenssituation. Treffen mehrere Belastungen gleichzeitig aufeinander oder reihen sich kleine Alltagsprobleme dauerhaft aneinander, summiert sich die Wirkung. Genau hier beginnt der Prozess, bei dem Stress dick macht und sich schleichend Fettreserven aufbauen.

Häufige Auslöser für anhaltenden Stress

  • Prüfungsphasen
  • Hohes Arbeitspensum
  • Dauerhafter Leistungsdruck
  • Finanzielle Sorgen
  • Einsamkeit
  • Konflikte in Familie oder Partnerschaft
  • Schmerzen oder Erkrankungen
  • Verlust nahestehender Menschen
  • Trennung oder Scheidung
  • Geburt eines Kindes
  • Arbeitslosigkeit

Stresshormone verändern euren Stoffwechsel

Zu Beginn einer Stressreaktion setzt der Körper aktivierende Hormone frei, die Atmung, Blutdruck und Blutzucker erhöhen. Zusätzlich wird Cortisol ausgeschüttet. Dieses Hormon hält euch in Alarmbereitschaft und erschwert die Entspannung. Kurzfristig ist das unproblematisch. Bei chronischem Stress bleibt der Cortisolspiegel jedoch dauerhaft erhöht.

Namhafte Wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler beschreiben, dass genau dieser Zustand Fett und Wasser im Körper begünstigt. Besonders im Bauchbereich entstehen vermehrt Fettdepots. Gleichzeitig reifen mehr Fettzellen heran, die überschüssige Energie speichern. Je mehr dieser Zellen vorhanden sind, desto leichter fällt dem Körper das Zunehmen.

Stress macht dick durch verändertes Essverhalten

Viele Menschen essen unter Stress anders als sonst. Manche verlieren den Appetit, deutlich häufiger kommt es jedoch zu Gewichtszunahme. Emotionales Essen tritt vermehrt auf, obwohl kein körperlicher Hunger besteht. Studien zeigen, dass insbesondere unter Belastung häufiger zu süßen oder stark verarbeiteten Lebensmitteln gegriffen wird. Dadurch verstärkt sich der Effekt, dass Stress dick macht.

Blutzucker, Fettabbau und Muskelverlust

Unter Stress sorgt Cortisol dafür, dass schnell verfügbare Energie bereitgestellt wird. Zucker bleibt länger im Blut, da die Wirkung von Insulin gehemmt ist. Fett wird dadurch weniger zur Energiegewinnung genutzt und stattdessen gespeichert. Gleichzeitig kann es bei starker psychischer oder körperlicher Belastung zum Abbau von Muskelprotein kommen, um Glucose bereitzustellen. Weniger Muskelmasse senkt langfristig den Grundumsatz.

Schlafmangel verstärkt den Teufelskreis

Stress geht häufig mit Schlafstörungen einher. Einschlafprobleme oder ein unruhiger Schlaf erhöhen wiederum die Stressbelastung. Dadurch wird die Cortisolausschüttung weiter angekurbelt und der Kreislauf setzt sich fort. Auch hier zeigt sich erneut, warum Stress dick macht und eine Gewichtsregulation erschwert.

Was ihr aktiv gegen Stress tun könnt

  • Regelmäßige Bewegung und Sport im Alltag
  • Entspannungsverfahren wie Yoga Meditation oder progressive Muskelentspannung
  • Achtsamkeitstraining wie MBSR
  • Pflege sozialer Kontakte und Ausgleich durch Hobbys
  • Bewusste Gestaltung eurer Work Life Balance
  • Förderung einer guten Schlafqualität
  • Nährstoffreiche Ernährung mit Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Eiweiß und gesunden Fetten sowie ausreichender Versorgung mit B Vitaminen und Mineralstoffen

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Bilder: Canva.com