Weiter geht es mit dem inzwischen bereits dritten Teil meiner kleinen Aufklärungsreihe rund um diverse Halbwahrheiten, die immer wieder unermüdlich kursieren. Allein daran habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, dass wir uns ernsthaft mit dem Thema Ernährung auseinandersetzten, vor allem dann, wenn wir unter Übergewicht leiden und uns möglicherweise schon Folgeerscheinungen drohen. Wer bis heute glaubt, die Sonne würde nur scheinen, wenn der Teller leergegessen ist, darf sich letztlich nicht wundern, wenn es mit der Diät nie klappt. Doch ganz so pauschal und leicht durchschaubar sind viele andere Mythen nicht, sodass sicher auch für Dich die ein oder andere Überraschung dabei ist.

Mythos 11: Zucker macht zuckerkrank

Ich gebe zu, die geläufige Bezeichnung für Diabetes gibt es natürlich her, diesem Irrglauben zu verfallen. Tatsächlich haben Forscher aber längst herausgefunden, dass Haushaltszucker in den üblichen Mengen keinerlei Einfluss auf einen Typ-2-Diabetes hat, weder im positiven noch im negativen Sinne. Im Gegensatz dazu können aber Fleisch in hohem sowie Vollkornprodukte und Kaffee in geringem Maße eine solche Erkrankung unter Umständen begünstigen. Ob Fruchtzucker diesbezüglich genauso unbedenklich ist, konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden.
Auch die Aussage, dass wir immer mehr Zucker zu uns nehmen, stimmt so nicht generell. Der Konsum ist weitestgehend konstant, verschiebt sich jedoch: Während wir beim Kochen im Haushalt eher weniger verwenden, nehmen wir dafür mehr in Form von verarbeiteten Lebensmitteln zu uns, also den sogenannten “versteckten” Zucker, über den ich hier ebenfalls schon berichtet habe.

Mythos 12: Eier sind extrem schlecht für den Cholesterinspiegel

Ohne Frage enthalten Eier Cholesterin, doch das nehmen wir auch mit anderen Lebensmitteln auf. Hinzu kommt die körpereigene Produktion. Einen erhöhten Cholesterinspiegel auf einen zu starken Verzehr von Eiern zurück zu führen, ist daher verkehrt. Vielmehr hängt er mit anderen Faktoren wie körperlicher Aktivität, Vererbung bzw. Veranlagung sowie der Gesamternährung zusammen. Wirklich schädlich sind im Übrigen gesättigte Fettsäuren, darum solltest Du darauf viel eher verzichten. Der Cholesterinspiegel selbst wird heute außerdem längst nicht mehr so stark gewertet wie bisher. Neben der wichtigen Unterscheidung zwischen gutem und schlechtem Cholesterin zweifeln die Mediziner die Aussagekraft der Cholesterinwerte heute vermehrt an.

Mythos 13: Bier auf Wein, das lass sein

Dieser und weitere leidlich lustige Sprüche zur vermeintlich besten Kombination verschiedener Alkoholika geistern seit Jahrzehnten durch die Partygesellschaften. Fakt ist jedoch, dass daran nichts Wahres ist. Wie es uns am nächsten Tag ergeht, nachdem wir Alkohol getrunken haben, hängt in keiner Form von der Reihenfolge ab. Es geht stattdessen einzig darum, wie viel wir insgesamt getrunken haben und wie “rein” die Getränke waren. Besonders billige hochprozentige Drinks sind diesbezüglich nicht empfehlenswert, und auch Weine mit einem hohen Schwefelgehalt können unter Umständen Übelkeit und Kopfschmerzen verursachen.
Möchtest Du selbst aktiv vorsorgen, dann trinke immer ausreichend Wasser zum Alkohol dazu, pro Glas Wein ein Glas Wasser ist ein guter Richtwert. Der Alkohol entzieht dem Körper Wasser und trocknet ihn aus, das wiederum ist Hauptursache für die Kopfschmerzen. Der beste Weg ist es aber natürlich immer noch, den Alkoholkonsum auf ein gesundes Maß einzuschränken.

Mythos 14: Soja genügt als Ersatz für Fleisch

Auch das ist ein Gerücht, das sich natürlich vor allem unter Vegetariern hartnäckig hält. Ohne Frage enthält Soja viele positive Inhaltsstoffe wie Calcium, B-Vitamine, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Folsäure und Selen. Hinzukommen aber auch Isoflavone – Pflanzenstoffe, die sowohl als zellschützend als auch als krebsfördernd gelten. Der Konsum von Soja-Produkten sollte daher gewissen Grenzen nicht überschreiten. Zudem gibt es Menschen, die Sojamilch nicht gut vertragen, und bei einigen Allergikern kann sie sogar Kreuzallergien auslösen.
So gesund diese Alternative also auch erscheinen mag – auch Soja hat seine Schattenseiten. Sinnvoller ist es daher, den durch den Fleischverzicht entstehenden Mangel an Eiweiß nicht vordergründig aus Sojaprodukten zu decken, sondern stattdessen aus eine gesunden Mischung aus Hülsenfrüchte, Eiern, Fisch oder Kartoffeln.

Mythos 15: Superfoods sind das einzig Wahre und lebensnotwendig

Auch zu diesem noch recht aktuellen Trend ein klares “Nein”. Superfood, das hört sich gut an, scheint irgendwie modern und in diese Zeit zu passen, doch letztlich ist das ein weiterer Trend, der alles andere als erwiesen ist. Chiasamen und Gojibeeren sind vermutlich zwei Produkte, die hier am bekanntesten sind. Tatsächlich sind beide sehr häufig in hohem Maße schadstoffbelastet. Damit sie die weite Reise in die Länder überstehen, in denen “Superfood” gerade auf jeder Karte stehen muss, sowie zum Schutz vor natürlichen Fressfeinden werden zahlreiche Pestizide eingesetzt. Angebaut werden diese Lebensmittel nicht in unseren nördlichen Breiten, sie müssen also auf einem langen Transportweg importiert werden. In Bezug auf das wirklich aktuelle Thema Klimaschutz ist der Verzehr also alles andere als “super”.
Das waren also fünf weitere Mythen rund um die Ernährung und ums Abnehmen. Weiter geht es demnächst, denn das waren noch längst nicht alle Irrtümer!

 

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