Wer mit überflüssigen Pfunden oder Kilos kämpft, verzichtet am ehesten auf Desserts und Nachspeisen, denn die haben bekanntlich immer reichlich Kalorien, machen dabei eigentlich nicht satt und treiben noch dazu den Blutzuckerspiegel nach oben. Das muss aber gar nicht immer so sein. Auch Desserts können so zubereitet werden, dass sie leicht bleiben und trotzdem schmecken. Das heißt nicht zwingend, dass jeden Tag auch die süße Nachspeise auf den Tisch soll, aber überzeugte Naschkatzen müssen sich zumindest nicht ständig die Lust darauf verkneifen, sondern dürfen auf diese Art ab und an mal etwas sündigen. Schließlich macht Süßes uns happy, während ein unerfüllter Schmachter oder Heißhungerattacken für miese Laune sorgen und unser Durchhaltevermögen enorm stressen. Also ganz bewusst und in Maßen und auf schlaue Art, dann klappt es auch mit dem Dessert.

Nicht nur Zucker ist süß

Ein Dessert muss süß sein, daran führt natürlich kein Weg vorbei. Aber süß ist nicht gleich süß, und das nicht nur in einer Hinsicht. Zum einen kann es helfen, wenn Du Dich langfristig an etwas weniger Süße gewöhnst. Das beginnt zum Beispiel beim Kaffee am Morgen. Bei mir waren es zum Beispiel anfänglich zwei Teelöffel Zucker. Dann bin ich umgestiegen auf zwei Stück Süßstoff. Irgendwann habe ich dann mal versucht, ob mir mein Kaffee auch mit einem Süßstoff schmeckt – und siehe da: Das war gar nicht schlimm! Die Umgewöhnung hat vielleicht eine Woche gedauert, seitdem wäre mir die doppelte Dosis tatsächlich schon zu süß. Man kann sich an vieles gewöhnen, aber man muss es eben auch ausprobieren.

Hinzu kommt, dass es schlichtweg nicht immer Zucker sein muss, der Deine Speisen süßt. Süßstoff ist bei einigen Dingen für viele eine Alternative, aber natürlich bei weitem nicht immer. Viel sinnvoller sind da andere Lebensmittel wie Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup.

Mit Honig solltest Du dennoch sparsam sein, denn so gesund er auch ist, er bringt auch einiges an Kalorien mit, nämlich rund 300 pro 100 Gramm. Beim Ahornsirup sind es immerhin noch 260 Kilokalorien, dafür bekommst Du noch eine schmackhafte Karamellnote dazu. Mit Agavendicksaft kannst Du cremige Nachspeisen sehr gut süßen.


Wo und wie Du sonst noch „sparen“ kannst

Es gibt auch sonst noch ein paar Möglichkeiten, beim Dessert einige Kalorien einzusparen. Sind mehrere ganze Eier bei den Zutaten eingeplant, kannst Du häufig bei zweien das Eigelb weglassen und nur das Eiweiß verwenden, ohne dass Du beim Geschmack deutliche Abstriche machen musst. Bei Kuchen wiederum ist es auch möglich, einen Teil der Fettmenge, die in Öl oder Butter angegeben ist, durch Apfelmus zu ersetzen. Fett ist ein Geschmacksträger, ganz ohne geht es also nicht, aber ein bisschen tricksen klappt auf jeden Fall.

Apropos Tricks: Das gilt auch für die Menge. Beim Dessert kommt es vor allem auf den Genuss an, denn dieser Nachtisch krönt das vorige Essen. Hunger hat man zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon nicht mehr, nur Appetit auf Süßes. Trotzdem wird kaum einer einen Rest übriglassen. Warum also nicht gleich kleinere Portionen machen? Ich garantiere Dir: Beinahe jeder wird es Dir danken. Und wenn jemand dabei ist, der einfach nicht genug bekommen kann, dann hast Du zur Sicherheit noch eine Portion im Kühlschrank. Aber es macht einfach einen großen Unterschied, wenn Du ein Dessert zuvor schon in Portionen abfüllst und diese entsprechend klein hältst. Falls es Dir mal etwas zu „mickrig“ vorkommt, dann ergänze zum Beispiel eine Mousse einfach um ein paar Stücke Obst.

Auch die Regelmäßigkeit ist ein wichtiger Punkt. Nachtisch sollte etwas Besonderes sein und bleiben, darum gehört nicht jeden Tag ein Dessert auf den Speiseplan, sondern maximal ein bis zwei Mal pro Woche oder lieber noch seltener. Und nicht vergessen: Das „kleine“ Eis unterwegs ist auch eine Art Nachtisch, die Du mitzählen solltest.

Wer nun absolut und gar nicht auf die süßen Leckereien verzichten kann oder will, der sollte zumindest mit Sport dagegenhalten. Pro Dessert eine zusätzliche Sporteinheit, und schon wirst Du die Auswirkungen gar nicht so sehr zu spüren bekommen. Für Deine Fitness tust Du obendrein etwas.

Rezept-Ideen für leichte Desserts

Gerade im Sommer, wenn oft gegrillt wird, gibt es sehr leichte Varianten für den Nachtisch, und noch dazu sehr einfache. Schnapp Dir etwas Obst, zum Beispiel Ananas, Melone oder Mango, schneide es in gleichgroße Stücke und schiebe sie im Wechsel auf einen Holzstab, so wie ein Schaschlik. Dann beträufelst Du die Früchte mit etwas Zitronensaft und legst sie, geschützt mit etwas Alufolie, auf den Grill. Inzwischen verrührst Du etwas Naturjogurt mit einem Klacks Honig, gibst noch etwas Zitronensaft dazu und schon hast Du einen passenden, leichten Dip.

Oder wie wäre es mit einem erfrischenden Eis? Verwende gefrorenes Obst, beispielsweise Erdbeeren, Himbeeren oder Pfirsiche, und zwar rund 500 Gramm. Vermische es mit einem Pürierstab mit einem Becher gekühltem Naturjogurt zwei Esslöffeln Honig und etwas Zitronensaft und gib alles für einige Stunden ins Eisfach – in kleinen Eisförmchen oder in einer Schale. Fertig ist ein sehr leckeres Eis, bei dem Du kein schlechtes Gewissen haben musst.

Etwas aufwendiger aber dafür auch extrem lecker: Der Cheesecake-Himbeer-Traum – der ist sogar „low carb“! Vermische dafür 350 Gramm Frischkäse und 200 Gramm griechischen Jogurt mit einem Spritzer Zitronensaft, 1,5 Esslöffeln Ahornsirup und dem Mark einer Vanilleschote und stelle diese Creme für rund 30 Minuten in den Kühlschrank. Währenddessen pürierst Du 20 Gramm Himbeeren und süßt diese mit etwas Ahornsirup. Schließlich schichtest Du abwechselnd Creme und Fruchtbrei in kleine Gläser und setzt als Topping noch ein paar frische Früchte oben drauf. Das ist lecker, erfrischend und immer noch leicht.

 

 

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