Das Netz ist voll mit Patienten, die nach ihrer Schlauchmagen- oder Magenbypassoperation meinen, der durchgeführten OP-Methode einen niedlichen Namen geben zu müssen oder sich sogar ein Stofftier zu besorgen, welches die Form eines Schlauchmagens besitzt.

Diese groteske Form des Umgangs mit einer solch einschneidenden Maßnahme wie die eines bariatrischen Eingriffes schockiert mich immer wieder und ich stelle mir häufig die Frage, ob diese Posts im Netz sowohl den Patienten selbst, wie auch anderen betroffenen Adipositaspatienten nützen oder nicht eher schaden.

Für mich signalisieren solche Beiträge eher, dass der Operierte selbst nicht wirklich erfasst hat, was es bedeutet, sich einem solchen Eingriff unterzogen zu haben. Und auch welche Verpflichtung er selbst mit dieser Entscheidung eingegangen ist.

Denn jede durchgeführte bariatrische Operation fordert einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper und der veränderten Situation, die Nahrungsaufnahme betreffend, aber auch einer notwendigen zusätzlichen Versorgung mit Mineralien, Nährstoffen und Vitaminen. Sollte diese Verantwortung nicht zuverlässig und engagiert wahrgenommen werden, leidet nämlich nicht „Schlauchi“ darunter, sondern die Gesundheit, die Lebensqualität und teilweise sogar die Lebenserwartung des betroffenen Patienten selbst.

Auch vermittelt diese „Verniedlichung“ meiner Ansicht nach ein falsches Signal an jene Patienten, die noch vor einer solchen Maßnahme stehen oder noch unentschlossen sind, ob sie sich solch einem Eingriff unterziehen wollen oder doch eher eines der konservativen Therapieangebote weiter nutzen möchten.

Die sorgsame Abwägung und auch das sich Sorgen machen sowie der respektvolle und achtsame Umgang mit dem Risikopotenzial, welches ein solcher Eingriff darstellt, ist RICHTIG und sollte nicht durch Bagatellisierungen oder abstrakte Verniedlichungen unterbunden werden.

Faris Abu-Naaj – Redakteur von Adipositas Kliniken.

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