Nachhaltigkeit ist inzwischen ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft, und das ist gut so. Die Zahlen über die Mengen an Nahrungs- und Lebensmitteln, die täglich im Müll landen, sind mehr als erschreckend, und so sind jegliche Bemühungen, es selbst besser zu machen, in jedem Fall positiv. Das bedeutet unter anderem ein bewussteres Einkaufsverhalten. Ein Thema, dem ich mich im neuen Jahr sicher einmal gesondert widmen werde. Das heißt aber auch, dass wir aus den Resten, die wir im Kühlschrank haben, etwas Sinnvolles zubereiten sollen, anstatt alles oder auch nur einen Teil davon wegzuschmeißen. Wie gesagt: Je sinnvoller du bereits beim Einkaufen vorgehst, desto weniger Reste wird es geben, aber immer lässt es sich natürlich nicht vermeiden, das wäre unrealistisch. Und nach den ganzen Feiertagen im Dezember ohnehin nicht.

Mach die Reste anderer nicht zu deinen

Vermutlich kennst du das ebenfalls nur zu gut: Nach dem Weihnachtsessen bei den Eltern oder Schwiegereltern, das ohnehin viel zu üppig war, sind die Vorratsdosen schneller gepackt als du gucken kannst. Und wenn es nach Hause geht, wird dir eine große Tüte in die Hand gedrückt mit den Worten: “Hier, damit ihr in den nächsten Tagen auch noch was zu essen habt! Wäre ja sonst außerdem schade drum.”

Mal abgesehen davon, dass man selbst kochen kann und vielleicht auch möchte: Bei einem sinnvollen Einkaufsverhalten habe ich meinen Kühlschrank mit allem gefüllt, was ich an den kommenden Tagen essen möchte. Da ist kein Loch, das ich füllen muss. Und im Zweifel schon gar nicht mit einem Essen, das mir am ersten Tag eigentlich schon viel zu fett und zu schwer war. Nicht einfach aber machbar: Setz dich durch! Sei höflich aber klar, wenn du die Restevergabe ablehnst, egal ob Braten, Beilagen oder Kuchen und Kekse. Das tut einmal weh, beim zweiten Mal auch noch, im besten Fall wird es einen dritten Versuch dann aber gar nicht mehr geben. Erkläre, dass du selbst noch Reste hast oder aber an den kommenden Tagen welche produzieren wirst, mit denen du dann umgehen musst.

Gute Planung als Gastgeber

Bist du selbst der Gastgeber, achte auf eine möglichst optimale Planung. Sollte auch bei dir ein Braten oder ähnliches auf dem Tisch kommen, lässt sich die Menge nicht genau definieren, das ist klar. Aber versuche dafür bei den Beilagen so gut wie möglich vorauszusehen, wie viel du brauchst. Wenn du zum Beispiel “nur” Kartoffeln oder Nudeln als Beilage hast, dann ist es einfacher. Eine grobe Vorstellung einer Portion hat man im Gefühl, diese rechnest du entsprechend hoch und gibst – wenn überhaupt – eine Portion dazu. Entscheidest du dich aber dafür – weil du es besonders gut mit deinen Gästen meinst – zwei Varianten anzubieten, also zum Beispiel Kartoffeln und Knödel, dann wird es schon schwierig. Du kannst nicht die komplette Menge von beidem machen, dann bleibt in jedem Fall viel übrig. Aber du wirst auch nie genau wissen, wer was essen wird. Selbst wenn du von einzelnen Personen weißt, dass sie das eine nicht mögen, bleiben die, die beides mögen und spontan entscheiden. Einzige sichere Möglichkeit: Du fragst deine Gäste vorher, was sie bevorzugen und planst es so ein. Oder aber du beschränkst dich auf das eine oder das andere. Ähnlich ist es mit dem Gemüse.

Auch bei noch so guter Planung, wird es dir vermutlich nicht gelingen, am Ende gar keine Reste zu haben. Und natürlich möchtest du nicht diejenige sein, die selbst an der Tür steht und den Gästen beim Abschied einen Beutel mit Restedosen in die Hand drückt …

Das Wichtigste: Du räumst nach dem Essen alle noch verwertbaren Reste sofort und sauber getrennt weg, damit sie frisch bleiben! Hauptsache alles steht erst einmal im Kühlschrank, einfrieren kannst du es später noch.Bedenke beim Einkaufen vor den Feiertagen am besten schon, dass vermutlich Reste bleiben und kaufe nicht zu viel für die verbleibenden Tage ein. So kannst du spätestens nach den Feiertagen damit beginnen, die Reste zu verwerten. Hast du nicht an allen Feiertagen Programm, spricht auch nichts dagegen, es dann schon zu tun.

Welche Reste sind wie verwendbar

Sofern du dich an den Plan gehalten hast, selbst ein möglichst gesundes und leichtes Weihnachtsessen auf den Tisch zu bringen, wirst du im Prinzip auch nur gesunde Dinge übrigbehalten. Oben genannte Klöße dürften als im besten Fall gar nicht zu bedenken sein. Dafür aber mageres Fleisch, Gemüse, vielleicht etwas Soße. Außerdem vermutlich Kuchen und eine Menge Süßigkeiten, die als Geschenke mitgebracht wurden, auf deinem bunten Teller lagen oder noch aus der Adventszeit übrig sind. Diese jetzt alle offen hinzustellen, ist extrem gefährlich. Wenn du für dich beschließt, dass die Zeit für Süßes jetzt nach den Feiertagen definitiv wieder vorbei ist, dann packe alles zusammen und überlege dir, wem du damit eine Freude machen kannst. Oft ist das Büro auch ein passender Ort, denn da gibt es immer jemanden, der in die Schale greift, und du drückst es nicht einer einzelnen Person aufs Auge, die vielleicht selbst mit dem Gewicht hadert. Das machst du mit den “normalen” Lebensmitteln natürlich nicht. Dafür habe ich folgende Vorschläge:

Kuchenreste: In sinnvollen Portionen einfrieren und gut beschriften, damit du im Bedarfsfall spontan darauf zurückgreifen kannst, anstatt neu zu backen oder zu kaufen

Fleischreste: Direkt am Folgetag kalt oder aufgebraten noch einmal anrichten. Entweder mit den Beilagen, die ebenfalls übriggeblieben sind oder mit Salat bzw. frischem Gemüse. Alternativ ebenfalls in sinnvollen Portionsgrößen einfrieren.

Soße: Kannst du optimal einfrieren und dann später aufwärmen – das bringt dann schöne Erinnerungen an Weihnachten zurück und spart dir die Zeit für eine neue Soße.

Gemüse: Gemüsereste lassen sich wunderbar am nächsten Tag im Wok aufbraten. Mit ein wenig Reis dazu oder auch ein paar Streifen Fleisch hast du im Handumdrehen ein leckeres und leichtes Pfannengericht auf dem Teller.

Reste vom Silvesteressen

In der Regel bleibt auch vom Silvesterschmaus etwas übrig. Findet die Feier bei dir zuhause statt, gelten die gleichen Tipps und Ideen wie für Weihnachten: Deine Party, deine Entscheidung, was und vor allem wie viel auf den Tisch kommt. Ein Buffet ist schön und natürlich gut vorzubereiten. Der eindeutige Nachteil: Es ist immer zu viel, weil man es so einrichtet, dass jeder im Zweifel von allem etwas essen kann. Die Alternative ist ein gemeinsames Buffet, das heißt jeder Gast bringt etwas dafür mit. Die Menge ist am Ende die gleiche, aber ihr könnt vereinbaren, dass jeder seine Reste am Ende wieder mitnimmt. Das kann jeder dann entsprechend einplanen und schon entsteht insgesamt weniger Abfall.

Entscheidest du dich für die Klassiker Raclette oder Fondue, so kannst du überschüssiges Fleisch am Ende wunderbar einfrieren. Sei sparsam mit Soßen und Dips, mach lieber ein paar kleine Mengen selbst, als diverse Fertigsoßen zu kaufen, die du nie leer bekommst. Ist leckerer, spart an Resten und obendrein an den Hüften.

 

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