Es ist an der Zeit für einen vierten Teil der kleinen Reihe rund um Mythen und Halbwahrheiten, die sich in den Köpfen vieler festsetzen. Ursprung sind oft Werbeaussagen oder falsche Versprechen, die dann schlichtweg zu Fehlinformationen führen. Ein perfektes Beispiel aus einem anderen Bereich ist “Pass auf, dass du nicht frierst, sonst erkältest du dich!” Auch das hört man immer noch oft und gern, dabei ist es absolut unlogisch und schlichtweg falsch. Nur weil jemand friert, erkältet er sich nicht, denn eine Erkältung ist ein Virus, der durch Ansteckung übertragen wird. Einzig kann unser Immunsystem geschwächt sein, wenn wir zu stark frieren, und dann sind wir für Ansteckungen anfälliger. Aber hier und heute geht es natürlich wieder um Irrtümer aus dem Bereich Lebensmittel, Essen und Abnehmen, denn auch davon gibt es leider immer noch mehr als genug.

Mythos 16: Kaffee ist ungesund

Auch das ist eine Meinung, die eigentlich schon längst überholt ist, aber noch immer in vielen Köpfen festsitzt. Kaffee ist nur dann ungesund, wenn er im absoluten Übermaß genossen wird – dann sind andere Lebensmittel es auch. Oder aber natürlich dann, wenn jede Tasse Kaffee mit mehreren Löffeln Zucker gesüßt werden oder statt normalem Kaffee gesüßte Convenience-Produkte wie Eiskaffee, Cappuccino oder Café Latte mit Sirup gewählt werden. Das hat mit Kaffee dann aber auch nicht mehr viel zu tun. Normaler Bohnenkaffee ist in Mengen von bis zu fünf oder sechs Tassen am Tag vollkommen in Ordnung. Ein mäßiger Genuss kann sich sogar positiv auswirken. Beides haben umfangreiche Studien gezeigt.

Mythos 17: Säfte sind viel besser als Limo

Auch dieser Glaube hilft eher beim Selbstbetrug, als dass er der Gesundheit guttut. Prinzipiell enthalten Fruchtsäfte selbstverständlich im besten Fall eine Menge Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Was sie aber vor allem in hohem Maße enthalten, das sind Kalorien. Selbst dann, wenn es sich bei der Süße nur um Fruchtzucker handelt, ändert das nichts an der Kalorienzufuhr. Oft hat reiner Fruchtsaft tatsächlich genauso viel Kalorien wie die gleiche Menge Limonade. Nach wie vor ist reines Wasser am gesündesten, wer auf den Geschmack nicht verzichten will, sollte zumindest den Saft zu einer Schorle verdünnen.

Mythos 18: Wir brauchen täglich Milch um die Calciumversorgung zu sichern

Ohne Frage enthält Milch wertvolles Calcium, pro Liter ungefähr 1,2 Gramm. Wir benötigen Calcium für den Knochenstoffwechsel und damit Herz, Lunge und Nieren richtig arbeiten. Darüber hinaus hat Calcium einen positiven Einfluss auf Muskeln, Blutgerinnung und Nerven. Aber es ist nicht zwingend notwendig, die nötige Menge über Milch aufzunehmen. Bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährung klappt das auch anders. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und diverse grüne Gemüse enthalten ebenfalls Calcium, besonders zum Beispiel Grünkohl. Auch über calciumreiches Mineralwasser lässt sich der Bedarf ausgleichen. Wie immer gilt auch hier: Bei einer rundum ausgewogenen Ernährungsweise sind zusätzliche Einnahmen nicht nötig.

Mythos 19: Alkohol macht immer und auch in kleinsten Mengen krank

Es lässt sich zweifellos darüber streiten, ob und wieweit der Genuss von Alkohol vertretbar ist, schon allein deshalb, weil es sich um ein Sucht- und Rauschmittel handelt. Dennoch ist die Aussage, dass jeglicher Alkohol auch in geringen Dosen bereits die Gesundheit schädigt, nicht korrekt. Kleine Portionen können nachweislich sogar positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem haben. Erst bei Mengen, die das das gesunde Maß übersteigen, ist die Gefahr von späteren Erkrankungen höher als der Schutzeffekt. Die maximal empfohlene Menge beträgt für Frauen 10 bis 20 Gramm Alkohol und bei Männern 20 bis 40 Gramm. Das entspricht 200 Millilitern Wein oder einem halben Liter Bier bzw. einer halben Flasche Wein oder einem Liter Bier pro Tag.

Mythos 20: Ob flüssig oder fest – die Art der Kalorienzufuhr ist egal

Der moderne Lebensstil hat inzwischen gezeigt, dass auch diese Aussage so nicht stimmt. In unserer schnelllebigen Zeit sind Kaffeegetränke, Smoothies und Co. auf der Straße allgegenwärtig, da beispielsweise viele Studenten oder Berufstätige so ihren Hunger stillen, ob als Snack oder als richtige Mahlzeit. Untersuchungen zeigen jedoch, dass flüssige Lebensmittel den Hunger nicht so stark stillen wie feste, wenn man sie ins Verhältnis zum Kaloriengehalt setzt. Das heißt, es wird unter Umständen insgesamt mehr konsumiert, weil man schneller wieder Hunger verspürt, wenn man viele flüssige Nahrungsmittel wählt. Damit steigt dann dauerhaft die Gefahr von Übergewicht und Diabetes.

Soweit für dieses Mal mit den Mythen und Irrtümern, die sich diesmal  vor allem mit Getränken und Flüssigkeiten beschäftigt haben.

 

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