Heute ist es an der Zeit für weitere Diät-Mythen und deren Aufklärung. Vor ein paar Wochen habe ich Dir hier bereits erzählt, warum Fett nicht pauschal fett macht oder dass es nicht entscheidend ist, ob Du vor oder nach 18 Uhr Deine letzte Mahlzeit ist. Es gibt aber noch so viele weitere Halbwahrheiten, die sich hartnäckig in den Köpfen verankert haben, und die ich gern richtigstellen möchte. Nach den ersten fünf beim letzten Mal starten wir heute also mit Mythos Nr. 6!

Mythos 6: Der Gang in die Sauna führt zum Gewichtsverlust

Gänzlich ausschließen würde ich das nicht: Wer sich in der Sauna aufgrund seiner Körperfülle extrem unwohl fühlt, darauf aber nicht verzichten möchte, der findet dadurch möglicherweise den entscheidenden Antrieb, die nächste Diät durchzuhalten … Mit dem eigentlichen Saunagang hat das aber nichts zu tun. Selbstverständlich schwitzen wir in der Sauna stark, das ist schließlich der Sinn der Sache. Dabei verlieren wir Wasser, und das erleichtert unseren Körper in geringem Maße. Als Gewichtsabnahme ist das aber nicht zu bezeichnen, denn dafür müssen wir vor allem Fettmasse abbauen. Das sollte aber niemanden vom Besuch in der Sauna abhalten, denn gesund ist es allemal.

Mythos 7: Süßstoffe sind hochgradig gefährlich für die Gesundheit

Das ist auch so ein Gerücht, dass sich besonders hartnäckig hält und mir sehr häufig begegnet, wenn ich meinen Kaffee im Büro mit einer Tablette Süßstoff versehe. „Was, Du benutzt Süßstoff?! Weißt Du denn nicht, dass das krebserregend ist?“ ist eine der klassischen Reaktionen, mit denen ich dann konfrontiert werde. Darum hier einmal mein Widerspruch: Es ist mittlerweile längst widerlegt und entkräftet, dass Süßstoff pauschal schädlich oder ungesund ist. Es gibt lediglich Festlegungen von Höchstmengen, die man nicht überschreiten sollte, damit die Einnahme unbedenklich bleibt. Die sind allerdings so immens hoch, dass kaum einer sie je erreichen wird. Beispielsweise dürfte jemand mit einem Körpergewicht von 70 Kilogramm ganze 4,5 Liter an Light-Getränken zu sich nehmen, um diesen Grenzwert zu erreichen. Das halte ich für sehr selten und unwahrscheinlich, und so wird mein Kaffee auch weiterhin mit Süßstoff gesüßt.

Mythos 8: Eis ist einer der größten Dickmacker

Es ist heiß, jeder schwitzt, das einzige, was spontane Abkühlung verspricht, ist ein leckeres Eis. Aber das musst Du Dir verkneifen, weil es kalorientechnisch gleich alles über den Haufen wirft. Stimmt nicht! Freue Dich und genieße Dein nächstes Eis umso mehr, denn es ist prinzipiell gar nicht so schlimm, und dann kannst Du das außerdem noch ein bisschen steuern. Du wirst kaum jeden Tag zehn Kugeln Eis zu Dir nehmen, richtig? Prima, dann ist die Gefahr schon gebannt. Eine kleine Portion Speiseeis – also das, was Du Dir im Normalfall unterwegs mal gönnst – hat circa 100 Kalorien. Das gilt zumindest, wenn Du nicht zu sehr gehaltvollen Sorten wie Schoko, Nougat oder Nuss greifst und diese dann auch noch mit Zuckerstreuseln, Sahne und Waffeln ergänzt. Wähle statt Sahneeis lieber Fruchteis oder Sorbets. Sie haben deutlich weniger Kalorien und sind gerade im Sommer auch noch viel erfrischender. Lass Dir das Eis im Becher statt in der Waffel servieren, dann sparst Du gleich noch einmal Kalorien.

Mythos 9: Dinner-Cancelling ist das wahre Geheimnis schlanker Menschen

Immer wieder höre oder lese ich auch, dass Menschen – in der Regel irgendwelche Pseudo-Promis – ihre schlanke Linie dadurch erhalten, dass sie komplette Mahlzeiten einfach auslassen, bevorzugt das Abendessen. Ob sie das tun oder nicht, kann ich natürlich nicht nachweisen, jedoch stelle ich fest, dass das als solche Aussage nicht richtig ist. Zum einen zählt am Ende des Tages die Gesamtbilanz. Wer also abends nicht mehr isst, dafür aber vorher umso mehr, der nimmt auch nicht ab. Zum zweiten steigert ein solcher Verzicht nur unnötig das Hungergefühl, was wiederum dazu führt, dass dann doch noch zwischendurch etwas genascht oder geknabbert wird. Außerdem ist es mit dem Sozialleben nicht sonderlich verträglich, und genau das lässt mich an derartigen Aussagen zweifeln, gerade bei Menschen, die ständig unterwegs und im illustren Kreis zum Dinner geladen werden.

Mythos 10: Obst und Gemüse frisch vom Markt ist nicht zu toppen

Das stimmt bedingt, aber nicht wenn es um den Vitamingehalt geht, und genau dieser Mythos hält sich ebenfalls hartnäckig. Im direkten Vergleich haben Tiefkühlprodukte sich gegen frisches Gemüsen durchaus durchsetzen können. Das liegt schlichtweg daran, dass Tiefkühlkost direkt nach der Ernte verarbeitet und gefroren wird. Das frische Gemüse dagegen liegt unter Umständen erst eine Weile auf dem Markt und dann nochmal im heimischen Kühlschrank, bevor es verwendet wird. In dieser Zeit verliert es Vitamine und Nährstoffe, das lässt sich nicht gänzlich vermeiden.

Nichtsdestotrotz ist frisch in meinen Augen die bessere Wahl. Du kannst nach Herzenslaune auswählen und siehst genau, was Du kaufst. Noch besser ist natürlich der eigene Anbau im Garten.

Das waren die nächsten fünf Mythen rund um die Ernährung und ums Abnehmen. Demnächst folgen weitere spannende Falschaussagen und deren Richtigstellung!

 

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