Heute möchte ich mal ein bisschen darüber berichten, was für eine wichtige Rolle unsere Psyche spielt – ganz generell natürlich, aber vor allem auch beim Wunsch, an Gewicht zu verlieren. Das solltest Du nämlich nie außer Acht lassen. Es ist nicht nur so, dass unser Gewicht bzw. unser Gesundheitszustand sich auf unseren psychischen Zustand auswirkt, sondern ebenso umgekehrt.

Die Sache mit dem Glas …

Auch wenn der Spruch inzwischen ein ziemliches Klischee abgibt, ist doch immer noch viel Wahres daran: Ich spreche von dem Glas, dass bei dem einen immer halbvoll, bei dem anderen dagegen immer halbleer ist. Wie ist das bei Dir? Tatsächlich ist das ein deutlicher Gradmesser für die eigene Lebenseinstellung. Es geht mir dabei nicht um Tageslaunen, die sind bei jedem unterschiedlich, alles andere wäre auch unnatürlich. Entscheidend ist die grundlegende Sicht auf das Leben. Wer mit einer positiven Art auf Dinge zugeht, hat es in vielerlei Hinsicht sehr viel einfacher, als jemand, der in allem zuerst das Negative sieht oder sehen möchte. Permanente Nörgler sind die Extremform, das muss es gar nicht immer sein. Es ist schon schlimm genug, wenn jemand das eigene Leben immer nur grau in grau sieht, was andere vielleicht gar nicht unbedingt mitbekommen. Sie ziehen sich im Zweifel auch immer mehr in sich zurück, zur Negativsicht kommt dann noch Einsamkeit.

Die Endlosspirale

Genau diese Spiralwirkung ist gefährlich, denn durch die Isolation wird die Lebenseinstellung noch negativer, es fehlen komplett die positiven Anreize, da sie von innen nicht kommen und von außen ausgesperrt werden. Wie soll jemand, der so lebt, den nötigen Antrieb finden, etwas an seinem Leben zu ändern? Veränderungen fallen uns immer schwer, ganz egal ob es ums Rauchen, ums Gewicht, um Bewegung oder viele andere Dinge geht. Gewohnheiten, lieb gewonnen oder nicht, legen wir nur sehr schwer ab. Mir ist das unter anderem einmal sehr deutlich geworden, als ich mit dem Rauchen aufgehört habe. Ich hatte keinerlei körperliche Entzugsprobleme, das Problem war die Gewohnheit. Es gab diverse Momente und Gelegenheiten, bei denen ich immer eine Zigarette geraucht hatte, und in denen mir dann auf einmal etwas fehlte. Da zu widerstehen war mein größtes Problem. Ich habe es geschafft, auch wenn es eine Weile gedauert hat, in der ich mich überwinden musste, zu widerstehen. Und ich weiß sehr genau, wann es mir besonders schwer fiel: Immer dann, wenn ich nicht gut drauf war.

Frage Dich immer, wofür Du das tust

Ich habe in einer Lebensphase mit dem Rauchen aufgehört, als alles gerade sehr stressig und ich oft genervt war. Umso schwerer fiel es mir, nach einem anstrengenden Job, einem nervenaufreibendem Telefonat oder einem Zwist nicht zum Glimmstengel zu greifen, der mich ja bis dahin vermeintlich immer beruhigt hatte. Das ist Unsinn, aber wieder so eine Kopfsache, die einfach festsaß. Ich habe mir dann vor Augen gehalten, was sich alles zum Positiven verändert, wenn ich mein Vorhaben durchhalte. Es wäre müßig, das alles aufzuzählen, aber die Menge an sich hat mich immer spontan wieder von meinem Plan überzeugt. Mit jedem Tag konnte ich Fortschritte erkennen, die meine Laune zusätzlich gehoben haben. Am Ende war ich stolz auf mich. Und motiviert, auch andere Dinge schaffen zu können. Ein Ziel solltest Du immer haben, und zwar eines für Dich, nicht für andere. Halte Dir vor Augen, wie viel aktiver und beweglicher Du sein wirst, wenn Du schlanker bist. Wie viel mehr Spaß Du beim Shoppen haben wirst. Ich bin sicher, Dir fallen sofort noch viele weitere Beispiele ein.

Chancen erkennen

Wer sein Leben genießt und mehrheitlich gut drauf ist, hat deutlich mehr Power für gewisse Dinge. Nicht umsonst bestätigen viele Mediziner, wie wichtig eine positive Einstellung für Heilungsprozesse sogar bei sehr schweren Erkrankungen ist. Optimisten führen das bessere Leben, weil Sie mehr Spaß und Freude in ihr Leben lassen. Das soll nicht heißen, dass es gesund wäre, alles Negative zu ignorieren oder schön zu reden. Auch schlechte Tage gehören zu einem realen Leben dazu, sie dürfen nur nie die Oberhand gewinnen und Dich dauerhaft belasten.

Ich habe schon oft im Nachhinein festgestellt, dass ein vermeintlich sehr negatives Ereignis sich im Nachhinein als positiv herausgestellt hat, weil es Türen geöffnet und Weichen gestellt hat, die mir sonst gar nicht in den Sinn gekommen wären. Das können zum Beispiel Trennungen sein, die anfangs schmerzhaft sind, später aber zu einem noch viel schöneren Leben führen. Oder eine Arbeitslosigkeit, die plötzlich Tür und Tor für ganz neue Träume öffnet, zu denen man sich – gefangen und gesichert in einem langjährigen Trott – zuvor nie bekannt hätte. Oder es können harte Phasen des Verzichts sein, die einem beweisen, wie viel Stärke man besitzt.

Ändere Deinen Blickwinkel

Eine positive Einstellung kannst Du lernen, das Beispiel mit dem Glas ist da ein guter Weg. Wenn Du bei Deiner Diät zum Beispiel daran denkst, wie viele Stunden Du noch bis zur nächsten Malhzeit warten musst, denke statt dessen daran, wie lange Du schon durchgehalten hast. Wenn Du Stillstand auf der Waage erkennst, dann halte Dir vor Augen, wie viel Du davor schon abgenommen hast und dass Stillstand positiver ist als wieder zuzunehmen. Wenn Du Hunger oder Appetit verspürst, mach etwas, das Dir Spaß macht.

Bei mir persönlich hat es auch zu Veränderungen im Freundeskreis geführt. Ich habe gemerkt, dass es einige negative denkende Menschen in meinem Umfeld gibt, die mich permanent mit runtergezogen haben. Ich habe ich von deren schlechter Laune geradezu anstecken lassen, obwohl ich selbst gar nicht so schlecht drauf war. Es war durchaus hart, aber ich habe von diesen Menschen Abstand genommen, mal mehr und mal weniger, denn sie haben mir nicht gut getan. Stattdessen habe ich mich Menschen zugewandt, die eine positive Ausstrahlung haben, die nicht nur in sich, sondern auch in mir gute Laune wecken und mein Glas dauerhaft auf den „Halb voll“-Modus  einstellen.

Entscheide selbst, was gut für Dich ist

Natürlich musst Du nicht Dein komplettes Leben über den Haufen werfen. Aber es gibt Situationen im Leben, da muss man einfach mal etwas mehr überdenken, und auch für klare Veränderungen einstehen, wenn sie langfristig helfen können. Letztlich willst Du etwas an Deinem Leben ändern, indem Du gesünder lebst und Deine Lebenserwartung steigerst. Wenn es Leute gibt, die Dir davon abraten, dann  stehen sie nicht auf Deiner Seite. Wenn es Dinge gibt, die Dich daran hindern, dann sind diese nicht gut für Dich. Das kann der erste Schritt zu einer positiven Einstellung sein. Und vergiss eines nie: Es wird immer auch dunkle Tage geben. Lass sie zu und besinne Dich danach wieder auf Deinen gesunden Optimismus, der Dir hilft, auch solche Phasen durchzustehen. Setze nicht immer nur auf reine Vernunft und Disziplin, sondern gib Deiner Psyche eine reelle Chance, Dich bei Deinen Träumen zu unterstützen.

 

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