Hier sind ein paar Empfehlungen, dieses Risiko zu minimieren:

Experten raten Diabetikern bei der COVID-19 Pandemie sich mit genügend Insulin einzudecken. Ein Vorrat für 90 Tage sollte genügen. Des Weiteren sollten sie vermehrt Sport treiben, sich gesund ernähren und die üblichen hygienischen Vorkehrungen treffen, wie Hände waschen und soziale Distanzierung.

Laut Expertenmeinung könnten Diabetiker auch mehr Komplikationen nach einer Infektion entwickeln als die normale gesunde Bevölkerung. Dazu laufen aktuell noch Studien und die Forschung ist noch nicht endgültig abgeschlossen.

Aber es ist schon absehbar, dass Menschen mit Diabetes als chronisch Kranke zu der Gruppe mit dem höchsten Risiko für schwerwiegendere Komplikationen des neuartigen Coronavirus und seiner Krankheit COVID-19 gehören.

Das betrifft in etwa jeden zehnten Deutschen, der sich Gedanken über seine Erkrankung und eine mögliche Infektion machen sollte. Das fängt an bei den üblichen Maßnahmen wie Hände waschen und soziale Isoliertheit bis hin zum Management nach einer potentiellen Infektion.

American Association of Clinical Endocrinologists (AACE)

Menschen über 60 Jahre mit Diabetes und anderen Gesundheitsproblemen sind besonders gefährdet, so eine Erklärung der American Association of Clinical Endocrinologists (AACE).

“Jüngste Studien haben gezeigt, dass von denjenigen, die wegen einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, 22,2% bis 26,9% Diabetiker sind”, so Experten.

“Diabetes und hohe Glukosespiegel sind bei hospitalisierten Patienten mit COVID-19 mit erhöhten Komplikationen, Atemstillstand und Mortalität verbunden”.

Abschließend ist aber nicht geklärt warum Diabetiker ein höheres Risiko tragen und von welchen anderen Komorbiditäten es abhängt. Ebenso bleibt abzuklären ob es eine Korrelation zwischen der Höhe des Blutzuckers und des Mortalitätsrisikos besteht.

Eine in der Zeitschrift JAMA veröffentlichte Studie “Trusted Source” mit mehr als 72.000 Fällen von COVID-19 auf dem chinesischen Festland ergab zum Beispiel, dass Menschen mit Diabetes mehr als dreimal so viele Todesfälle hatten wie Menschen ohne Diabetes – etwa 7 Prozent gegenüber etwa 2 Prozent.

Weitere Studien dazu laufen aktuell noch und es bleibt abzuwarten ob diese Ergebnisse bestätigt werden oder auch nicht.

Erhöhtes Risiko für Menschen mit Typ-1-Diabetes sowie für Menschen mit Typ-2-Diabetes

Besonders hervorzuheben ist jedoch das offensichtlich erhöhte Risiko für Menschen mit Typ-1-Diabetes sowie für Menschen mit Typ-2-Diabetes, die ACE-Hemmer im Rahmen ihres ärztlich verordneten Krankheitsmanagements einnehmen, so Heather de Vries McClintock, PhD, Assistenzprofessorin für öffentliche Gesundheit an der Arcadia University in Pennsylvania.

“Personen mit Diabetes – insbesondere Typ 1 -, die an einer Virusinfektion leiden, haben eine größere Wahrscheinlichkeit, eine diabetische Ketoazidose zu entwickeln und im schlimmsten Fall an einer Sepsis zu versterben”, sagte McClintock gegenüber der Healthline.

Darüber hinaus stellte sie fest: “Pathogene Coronaviren binden sich durch das Angiotensin-Converting-Enzym II (ACE II) an ihre Zielzellen. Personen mit Diabetes (sowohl Typ 1 als auch Typ 2), die mit ACE-Hemmern und Angiotensin-II-Rezeptorblockern (ARBs) behandelt werden, können eine erhöhte Expression von ACE II aufweisen”.

Wenn man die Risiken kennt, stellt sich die Frage, wie man sich am besten vorbereitet.

“Die beste Vorbereitung ist, sofern möglich eine 90-Tage-Versorgung mit Insulin zu erhalten. Es ist am besten, so schnell wie möglich das Präparat anzufordern und nicht zu warten, bis die Vorräte knapp werden”, sagte Ashlyn Smith, ein NCCPA-zertifizierter Arzthelfer bei Endocrinology Associates in Scottsdale, Arizona, und Präsident der American Society of Endocrine Physician Assistants.

“An Orten, die den Notstand ausgerufen haben, können Menschen mit Diabetes möglicherweise eine zusätzliche 30-Tage-Versorgung mit Medikamenten und Hilfsmitteln erhalten”.

Wenn Sie auf diese Weise keine zusätzlichen Medikamente erhalten können, versuchen Sie es mit Medikamenten aus dem Versandhandel, empfiehlt Dr. Olufunmilayo Abidemi Onobrakpeya, medizinischer Direktor am Zentrum für Diabetes und Endokrinologie der Universität von Maryland am Upper Chesapeake Medical Center.

Wenn Sie Kontrolluntersuchungen oder Arztbesuche außerhalb des Hauses haben, sollten Sie darüber nachdenken, einen neuen Termin zu vereinbaren oder zu prüfen, ob telemedizinische Möglichkeiten zur Verfügung stehen, sagte Onobrakpeya gegenüber der Healthline.

Wie oben schon erwähnt sollten sich Diabetiker über das Insulin hinaus auf COVID-19 so vorbereiten, wie alle anderen auch: besondere Aufmerksamkeit auf gründliches Händewaschen, Desinfizieren von Oberflächen, soziales Distanzieren und möglichst viel Selbstisolierung.

Darüber hinaus schreiben Ärzte in der Zeitschrift Diabetes & Metabolic Syndrome: Clinical Research & Reviews empfehlen diese spezifischen Best Practices für Menschen mit Diabetes zur Prävention einer Infektion:

Aufrechterhaltung einer guten Blutzuckerkontrolle

Dies könnte dazu beitragen, das Infektionsrisiko und auch den Schweregrad der Krankheit zu verringern. Häufige Überwachung des Blutzuckerspiegels mit Hilfe der Selbstkontrolle des Blutzuckerspiegels. Essen Sie gesund. Es ist wichtig, auf die Ernährung und eine angemessene Eiweißzufuhr zu achten und einen Mangel an Mineralien und Vitaminen zu vermeiden. Trainieren Sie. Bewegung kann die Immunität verbessern durch immunwirksame Metabolite die der Körper dabei ausschüttet.

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