Wir kennen den Grund für Übergewicht: Unserem Körper wird mehr Energie in Form von Kilokalorien zugeführt als der umgekehrt verbraucht. So weit, so gut. Was einfach und simpel klingt, ist dennoch schwer zu bekämpfen. Unter anderem kann es hilfreich sein, zu wissen, welcher Ess-Typ Du bist. Das ist beispielsweise dann wichtig, wenn Du Dir einen konkreten Ernährungsplan erstellen möchtest. Ich habe vor kurzem davon berichtet. Entspricht dieser Plan nicht Deinem Typ, so kann das absolut kontraproduktiv sein. Je schwerer es Dir fällt, Dich an den Plan zu halten, weil er Nahrungsmittel enthält, die Du nicht magst oder Deinem Tagesrhythmus widerspricht, so steigt die Gefahr, dass Dein Vorhaben, Dich an diesen Plan zu halten, schnell scheiter. Zu wissen, „wie“ Du isst, kann also durchaus von Vorteil sein.

Welche Ess-Typen gibt es?

Grundsätzlich gibt es natürlich eine Vielzahl an Essgewohnheiten. Gründe dafür sind beispielsweise besondere Vorlieben oder Unverträglichkeiten, aus denen Vegetarier oder Veganer hervorgehen, Menschen, die auf Gluten verzichten oder welche, die sich zum Beispiel ayurvedisch ernähren. Auch die finanziellen Möglichkeiten, der persönliche Geschmack oder der Lebensrhythmus können eine Rolle spielen. Doch da es in diesem Blog vor allem um das Problem des Übergewichts geht, unterscheiden wir lediglich in drei verschiedene Typen:

  • Emotionaler Esser
  • Schlemmer
  • Nimmersatter Esser

Erst wenn Du weißt, zu welcher Kategorie Du gehörst, wird es Dir möglich sein, Deine Ernährung langfristig und gesund so umzustellen, dass die Einhaltung für Dich umsetzbar ist.

Der Emotionale Esser

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um einen Ess-Typ, bei dem Essen in starker Verbindung zu den persönlichen Gefühlen steht. Die Nahrungsaufnahme ist dabei eine Form der Belohnung oder aber – und das kommt deutlich häufiger vor – ein Kompensationsmittel gegen negative Gefühle. Sogenannte Frustesser sind ein starkes Beispiel dafür. Bei Sorgen, Frust oder persönlichen Problemen dient das Essen dazu, diese Gefühle zu verdrängen oder zu betäuben, indem man davon ablenkt. Seinen Liebeskummer ab und zu mit einem Stück Schokolade zu besänftigen ist dabei eine harmlose Variante. Eher sind es tatsächlich akute Phasen mit regelrechten Fress-Attacken, dies sich über Stunden, Tage oder auch Wochen hinziehen können. Auch Stress-Esser zählen zu dieser Kategorie, denn Stress ist ebenfalls in der Regel ein negatives Empfinden. Das Essen dient auch hier zum Ausgleich. Die unguten Gefühle werden sprichwörtlich heruntergeschluckt. Emotionale Esser greifen dabei nicht zu gesunden Gerichten, sondern in der Regel zu Fast Food, Süßigkeiten, Chips oder Softdrinks. Dafür fahren sie durchaus auch mal spontan nachts zur Tankstelle, wenn sie nichts mehr zuhause haben.

Der Schlemmer

Schlemmen hört sich pauschal erst einmal irgendwie positiv an. Und tatsächlich handelt es sich hier auch um Menschen, die das Essen wahrlich genießen. Das führt allerdings in diesem Fall dazu, dass die Schlemmer mit dem Essen kaum noch aufhören können, wenn sie erst einmal damit angefangen haben. Dabei ist es nicht so, dass diese Menschen den ganzen Tag essen, im Gegenteil: Sie lassen häufig sogar eine Mahlzeit am Tag aus, essen dann aber beispielsweise morgens und abends viel zu viel, weil das Genussempfinden so hoch ist. Das Problem ist in diesen Fällen tatsächlich die Menge, denn Schlemmer ernähren sich oft durchaus gesund und vielfältig, Fast Food und Süßigkeiten haben dabei keinen besonderen Stellenwert, sondern einfach die überschüssige Menge, die im Gegensatz zum Kalorienverbrauch steht. Schlemmer lieben die typischen „All you can eat“-Angebote in Restaurants, Brunch-Buffets über drei bis vier Stunden ausgedehnt oder können sich zwischen verschiedenen Gerichten gar nicht entscheiden, weil sie gleichzeitig auf alles Appetit hätten.

Der Nimmersatte

Hier ist der Name Programm: Nimmersatte Esser haben ein gestörtes Sättigungsgefühl, sind haben dauerhaft Hunger. Im Vergleich zum Schlemmer lassen sie also keine Mahlzeit aus, sondern essen mindestens dreimal täglich, dann aber immer extrem viel. Bis bei diesen Menschen das Gefühl einsetzt, satt zu sein, haben sie bereits eine doppelte Portion von allem verspeist. Was auf dem Tisch liegt, wird gegessen, ob es der Nachtisch nach dem eigentlich Essen ist oder der süße Milchreis nach den zwei Brötchen am Morgen. Hinter diesem Typus steckt oft eine genetische Veranlagung. Wird diese Veranlagung nicht erkannt oder eingedämmt, so gewöhnt sich der Körper über die Jahre an extrem große Portionen, die ihm selbst dann längst als normal erscheinen. Das führt bei vielen Nimmersatten zu einer offensiven Vorratshaltung: In Schubladen und Schränken sind immer Süßigkeiten für „Notfälle“ verstaut, davor ist auch das Handschuhfach im Auto oder die Schublade im Büro nicht sicher. Beim Einkaufen wird tendenziell zu viel für das geplante Essen gekauft, aus Angst, die Menge könnte sonst nicht reichen.

Abnehm-Tipps für Emotionale Esser

Hier ist natürlich der emotionale Druck das Grundproblem. Es kann daher nötig sein, sich in schweren Fällen dieses Ess-Typs professionelle Hilfe zu suchen, die den Betroffenen darin unterstützt, den emotionalen Stress abzubauen, der die Ursache für die übermäßige Nahrungsaufnahme darstellt. Sind die Probleme eher alltagstypisch, wie zum Beispiel Büro-Stress oder Termindruck, oder handelt es sich eher um Belohnungsessen, dann sollte der Emotionale Esser darauf achten, so weit wie möglich auf fette und zuckerhaltige Gerichte zu verzichten. Wenn der Kaloriengehalt hier reduziert wird, ist das Problem in den Griff zu bekommen, denn es wird diesen Menschen eher schwerfallen, die Menge der Belohnung oder der Kompensation zu reduzieren.

Abnehm-Tipps für Schlemmer

Bei diesem Ess-Typ ist „all you can eat“ die größte Schwierigkeit, die es zu überwinden gilt. Das Sättigungsgefühl ist hier ebenso gestört wie beim Nimmersatten, darum ist es wichtig, die Portionsgrößen vorab festzulegen. Auch die Regelmäßigkeit spielt eine große Rolle. Übergewichtige Schlemmer müssen sich wieder daran gewöhnen, mindestens drei Mahlzeiten pro Tag zu sich zu nehmen, jeweils in einer angemessenen Menge, die auch nicht erhöht wird. Nachschlag verboten sozusagen, auch dann wenn der Appetit noch mehr vertragen könnte. Eine ballaststoffreiche Ernährung kann hier hilfreich sein, um das Sättigungsgefühl zu unterstützen.

Abnehm-Tipps für Nimmersatte

Ähnlich ist bei Nimmersatten zu verfahren. Auch hier ist das nicht eintretende Sättigungsgefühl das größte Problem, dem mit Ballaststoffen und langkettigen Kohlenhydraten entgegengewirkt werden kann. Auf süße und fetthaltige vermeintliche „Kleinigkeiten“ sollte grundlegend verzichtet werden. Die sogenannte Glyx-Ernährung kann hier ein sinnvoller Weg sein. Grundsätzlich sollten nimmersatte Esser zu Vollkorn-Produkten greifen oder zu Amaranth oder Quinoa. Damit können Betroffene das ständige Hungergefühl zumindest mildern.

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