Eine Diät wirklich durchzuhalten, ist so oder so schwer genug, das weiß jeder, der es schon einmal versucht hat. Besonders schwer aber wird es, wenn Festivitäten, Urlaub oder Feiertage anstehen. Am schlimmsten ist es aber wohl zum Jahresende. Zuerst ist da die Adventszeit, die normalerweise von Lebkuchen, Keksbäckerei und sonstigen Naschereien geprägt ist. Dann folgen in der Regel drei komplette Tage mit Festbraten, süßen Desserts und bunten Tellern. Und wenn das überstanden ist, kommt die Silvesterparty mit deftigem Raclette, üppigem Buffet und natürlich den Berlinern um Mitternacht. Vom Alkoholgenuss, der in dieser Zeit üblicherweise ebenfalls ansteigt, wollen wir noch gar nicht reden. Selbst Normalgewichtige kämpfen in dieser Zeit oft mit den zusätzlichen Pfunden, doch wer Diät halten muss, hat es doppelt schwer. Mit ein paar Tipps wird es aber sehr viel leichter!

Wichtigste Devise: Es zählt allein, was Dir wichtig ist!

Du kennst das sicher: Die Kinder wollen unbedingt ganz viele Kekse backen, und neben der Teignascherei zwischendurch sollen die Kunstwerke später ja auch gegessen werden. Besonders gehaltvoll ist auch das Lebkuchenhaus, das im Advent verlockend süßen Duft ausstrahlt. Dann kommt die Schwiegermutter und berichtet vom geplanten 6-Gänge-Menü am Heiligabend, für das sie natürlich gern stundenlang in der Küche steht. An den übrigen Tagen willst auch Du die Familie verwöhnen und beim Umfang der Köstlichkeiten in nichts nachstehen. Und am Silvesterabend bei Freunden bestehen die Männer in Gesamtheit auf Raclette mit viel Fleisch, schmelzigem Käse und reichhaltigen Dips. Merkst Du etwas? Das alles sind Beispiele dafür, was andere wollen und erwarten. Hier musst Du ganz klar die Reißleine ziehen. Stehe dazu, dass Du gerade Diät machst und dabei nicht zurückfallen möchtest. Das wird Dir niemand übel nehmen, denn im Zweifel wird man Dich für Dein Durchhaltevermögen bewundern. Außerdem bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass alle anderen ihre Pläne über den Haufen werfen müssen. Wer Dich unterstützen möchte, wird Dir entgegenkommen, und wo das nicht möglich ist, gehst Du einfach Deinen eigenen Weg. Du wirst sehen, wie gut das auch Deinem Selbstbewusstsein tut.

Advent geht auch anders

Wenn Du Kinder hast, sollen diese natürlich nicht auf einen Adventskalender oder den herrlichen Duft der Adventszeit verzichten müssen. Aber die Kleinen mit Zucker und Fett zu überschütten, tut niemandem gut. Muss es wirklich der Schoko-Adventskalender sein? Kinder freuen sich in der Regel viel mehr über einen individuellen Begleiter durch diese Zeit. Bastel einen Kalender selbst, das muss gar nicht mit viel Aufwand oder Kreativität verbunden sein. Mit kleinen Papiertütchen, die Du mit Zahlen markierst, vielleicht hübsch dekorierst und im Kinderzimmer oder in der ganzen Wohnung verteilst, hast Du gleichzeitig eine hübsche Deko. Gefüllt werden die Tüten mal mit Süßigkeiten, aber zum größeren Teil mit Obst, Nüssen, kleinen Gutscheinen für einen Ausflug oder anderen Kleinigkeiten. Plätzchen backen kannst Du ebenfalls, aber bewusst. Suche im Internet nach fettarmen Plätzchen-Rezepten: Du wirst überrascht sein, wie viele leckere Alternativen es zu Spekulatius, Zimtsternen und Butterkringeln gibt.

Leichte Weihnachtstage sind für alle ein Genuss

Kennst Du irgendjemanden, der nach den Feiertagen nicht über die üppige Völlerei stöhnt? Ich nicht. Dabei geht es gar nicht zwingend um die Gewichtszunahme. Man fühlt sich einfach nicht wohl, wenn man tagelang und gefühlt rund um die Uhr so viel isst, wie sonst nie. Überzeuge die Schwiegermutter davon, dass drei Gänge vollkommen ausreichen und es nicht nötig ist, auch noch eine Sahnetorte zur Kaffeezeit zu servieren. Lässt sie sich davon nicht abbringen, dann stelle vorher bereits klar, dass Du am Kaffee und mindestens zwei Gängen nicht teilnehmen möchtest, weil es Dir einfach zu viel ist. So kann es hinterher keinen Ärger geben, dass zu viel gekocht wurde, was übrig bleibt. Beiße die Zähne zusammen, auch wenn Deine Gastgeber nicht ganz so verständnisvoll reagieren – hier geht es um Dein Ziel! Und schließlich tust Du  niemandem weh, nur weil Du nicht alles mitessen möchten.

Rechtzeitige Planung

Für die Tage, an denen Du selbst Deine Lieben verköstigen, plane rechtzeitig. Auch für ein festliches Weihnachtsessen gibt es im Internet oder diversen Rezeptmagazinen genug Auswahl an gesunden und trotzdem leckeren Alternativen. Ein zartes Rindersteak mit Gemüse beispielsweise ist köstlich, der Obstsalat als Dessert herrlich frisch. Du  weißt, was Dir und Deiner Familie schmeckt und kannst all das entsprechend früh gedanklich durchspielen. Der bunte Teller darf natürlich unter den Baum, aber hier machst Du es ähnlich wie beim Adventskalender: Füllen ihn mit vielen Mandarinen, Nüssen und den leichten, selbst gebackenen Keksen. Das schont nicht nur die Waage, sondern im Zweifel auch den Geldbeutel, denn die vielen speziellen Weihnachtsleckereien im Supermarkt schlagen in der Regel ordentlich zu buche. Glaube mir: Auch Deine Gäste werden dankbar sein, dass Sie nicht so viel essen müssen.

Der Jahreswechsel

Für den Silvesterabend gilt es ähnlich. Raclette ist okay, wenn Du hier bewusst auswählst. Konzentriere Dich auf Gemüse und Fisch oder Fleisch, verzichte auf den Käse oder sahnige Dips und Saucen oder genieße diese in Maßen. Bereite Dir ein neues Pfännchen erst vor, wenn Du das erste aufgegessen hast, so vermeidest Du auch, dass  weiter essen, obwohl Du längst satt bist, das ist nämlich eine der typischen Raclette-Fallen. Beim Buffet kannst Du ohnehin auswählen und die echten Dickmacher auslassen. Und ganz ehrlich: Niemand zwingt Dich, um Mitternacht noch einen zuckrigen Krapfen zu essen! Und lasse Dir nicht einreden, dass das ein Glücksbringer für das neue Jahr sei! Natürlich darfst Du zum Jahreswechsel anstoßen. Proste Dir dabei selbst zu, wenn Du alles, was Du hier gelesen hast, bis dahin durchgehalten hast, denn dann darfst Du wirklich stolz auf Dich sein. Außerdem wirst Du ohne Frust und hochmotiviert ins neue Jahr starten!

Fazit

Du siehst, es ist alles machbar. Natürlich – wie immer ist dabei Disziplin gefragt, aber das ist nun einmal so, und wenn Du durchhälst wird aus der anfänglichen Quälerei schnell ein echtes Glücksgefühl. Denke an Dich und an Deine Ziele. Lasse Dich nicht hängen mit dem Glauben, dass es ohnehin keinen Sinn macht, eine Diät am Jahresende zu beginnen oder weiterzuführen, das sind – sorry – alles Ausreden. Es geht alles, wenn Du es nur willst. Und vor allem gebe anderen nicht die Chance, Dir vorzuschreiben, was Du  essen musst, und lasse Dir auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen einreden, weil Du die Sahnetorte nicht isst. Du hast hinterher ein schlechtes Gefühl, wenn Du auf die Waage steigst, nicht die anderen. Die Zeiten, in denen man glaubte, die Sonne scheint nur, wenn alle Teller leer sind, sind längst vorbei – und das ist auch gut so!

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