Bei einer Adipositas geht das Risiko von Begleit- und Folgeerkrankungen einher. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt circa 40 Prozent von Krebs und rund 44 Prozent von Diabetes Typ 2 auf Adipositas zurück. Das Erschreckende daran: Diese Krankheiten beginnen schleichend und anfänglich ohne Beschwerden.

Zu den körperlichen Problemen von Menschen, die an Adipositas leiden, zählen vor allem Kurzatmigkeit, Müdigkeit, starkes Schwitzen und fehlende Ausdauer. Darüber hinaus kommt es zu einer eingeschränkten Beweglichkeit und oft zu Schmerzen in Hüfte, Wirbelsäule und den Knien sowie zu einem erhöhten Risiko für Gelenkverschleiß, auch Arthrose genannt.

Schwerwiegender sind jedoch häufig Begleit- und Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Verkalkung der Herzkranzgefäße, Diabetes Typ 2, Krebs und orthopädische Beschwerden.  Nach wie vor wird diskutiert ob adipöse Menschen bei vielen dieser Begleit- und Folgeerkrankungen bessere Überlebenschancen haben als normalgewichtige Menschen – als Adipositas-Paradoxon wird dieses Phänomen bezeichnet. Hier existieren sehr unterschiedliche Forschungs- und Studienergebnisse.

Außerdem machen psychische Probleme, vor allem ein vermindertes Selbstwertgefühl, Betroffenen oft zu schaffen. Adipositas-Betroffenen fühlen sich oft als Außenseiter und Versager. Adipositas wird gesellschaftlich nicht toleriert und Betroffene werden des Öfteren sozial und beruflich ausgegrenzt und als faul und disziplinlos abgestempelt.

Aber bedeutet dick gleich krank? Adipositas und Fettstoffwechselstörungen

Unter Adipositas versteht man krankhaftes Übergewicht. Die Hauptursache von Übergewicht ist eine Überernährung bei gleichzeitigem Bewegungsmangel. Die Folge sind Fettstoffwechselstörungen, die zu einem erhöhten Risiko für Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Doch: Wie hängen Überernährung, Adipositas und Fettstoffwechselerkrankungen zusammen?

Das Übergewicht, bedingt durch das Überangebot an Nahrung, hat einen direkten Einfluss auf den Insulinhaushalt. Daraus kann in der Folge eine Diabeteserkrankung entstehen, wodurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten erhöht wird. Allerdings gibt es einen bestimmten Prozentsatz der so genannten gesunden Dicken. Jedoch handelt es sich dabei um eine Ausnahme, wie die Nurses Health Study belegt. Danach haben adipöse Menschen ein um ein 30-faches erhöhtes Diabetesrisiko. Zudem hat eine internationale Forschergruppe ii herausgefunden, dass auch solche adipösen Frauen (Studie bezieht sich nur auf Frauen) ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, deren Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerte über 10 oder 20 Jahre im Normbereich blieben. Fazit: Die gesunden Dicken sind eine absolute Ausnahme.

Andererseits gibt es auch die kranken Dünnen, die erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte sowie einen Bluthochdruck aufweisen. Dies liegt, so die Forschergruppe, vorrangig an den Ernährungsgewohnheiten sowie einem Bewegungsmangel. Denn ein guter Stoffwechsel kann dazu führen, dass einige Menschen bei Überernährung eine Adipositas entwickeln und andere nicht.

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