Gesund und lecker – kein Problem!

Ich habe in meinem Leben wirklich schon diverse Diäten ausprobiert, von radikal bis soft, von chemisch bis einseitig – nach schnellen Erfolgen hat die Wirkung langfristig leider nie angehalten. Neben vielen anderen Aspekten hat das oft damit zu tun gehabt, dass ich das, was die jeweilige Diät mir vorschrieb, nach wenigen Wochen nicht mehr ausgehalten habe. Mal gab es jeden Tag Steak, was mir fast den guten Fleischgeschmack verdorben hätte, mal jeden Tag Suppe, wo mir etwas zum Kauen fehlte, mal wochenlang nur Shakes, die nach gar nichts schmeckten, und schon gar nicht natürlich. Dementsprechend kommt für mich heute nur noch eine grundsätzliche Ernährungsumstellung in Frage anstelle von kurzzeitigen Radikalkuren. Inzwischen habe ich viele Gerichte im Alltag umgestellt, und siehe da – ich merke das gar nicht mehr. Tatsächlich musste ich für diesen Bericht lange überlegen, bis mir die vielen Beispiele einfielen, bei denen ich heute alte Muster abgelegt habe und zu leckeren Alternativen gefunden habe. Das beste Zeichen dafür, dass mir offensichtlich nichts fehlt.

Eine Sache der Gewöhnung

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das zeigt sich selten so deutlich wie beim Essverhalten. Jeder kennt jemanden, der im China-Restaurant pauschal immer „die Nummer 27“ bestellt und nicht einmal mehr einen Blick in die Karte wirft. Die Tüte Chips ist immer in der Schublade, für Nachschub wird gesorgt, also greift man auch jeden Abend beim Fernsehen dorthin. Die Schulbrote für die Kinder sind die, die sie am liebsten mögen, auch wenn wir ihnen doch eigentlich etwas Gutes tun wollen. Und auf den Tisch kommen immer der gleiche Aufschnitt, die gleichen Pizzen, die gleichen deftigen Leibgerichte. Wann haben wir unser Interesse für Neues verloren? Warum sperren wir uns so vehement gegen jede Veränderung, vor allem wenn es ums Essen geht? Ich habe mich diesen Fragen inzwischen gestellt und gebe zu: Antworten auf diese Fragen habe ich nicht wirklich gefunden, stattdessen aber spannende neue Erfahrungen gemacht, völlig neue Lieblingsrezepte entdeckt und meine heutigen Stammrestaurants sind die, in die ich früher nicht einmal einen Fuß gesetzt hätte.

Sei offen für Neues

Wenn Du nicht zu diesem Schema passt, dann gratuliere ich Dir! Falls doch, bist Du hier richtig. Dann möchte ich Dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben, die Dir das Leben im wahrsten Sinne des Wortes leichter machen, und zwar gänzlich ohne Verzicht oder Quälerei. Das bedeutet aber, dass Du eine Grundbereitschaft haben musst, Neues auszuprobieren und zu entdecken. Es geht hier nicht zwingend immer um die Kombination von leicht und gesund, denn wenn Du nur einen von beiden Faktoren erfüllst, bist Du im Zweifel schon ein großes Stück weiter.

Das kleinste und schlimmste zuerst: Der Snack zwischendurch

Ich selbst habe dieses Problem zwar glücklicherweise nie gehabt, aber ich kenne zahlreichen Menschen in meinem Umfeld, die halten es keine drei oder vier Stunden aus, ohne irgendetwas zu essen. Nicht, dass diese Menschen immer dick sind, viele davon sind gertenschlank. Wenn ich mir aber überlege, ich würde es genauso machen, möchte ich mir das Spiegelbild nicht einmal vorstellen. Da gibt es hier mal einen Schokoriegel beim Tanken, da ein Stück Pizza auf die Hand beim Bummeln, im Sommer ein sahniges Eis gegen die Hitze oder im Winter den heißen Kakao mit viel Sahne. Die besagte Chipstüte oder alternativ die Tafel Schokolade am Abend habe ich noch nicht mal erwähnt, denn die gehört bei vielen zum guten Ton oder besser gesagt zur Vorstellung von Genuss. Genau da lagern die größten Fallen. Diese Leckereine strotzen alle nur so vor Energie in Form von dreistelligen Kilokalorien, bedingt durch Zucker und/oder Fett. Okay, sie machen für den Moment auch ein kleines bisschen glücklich, aber so groß kann das Glück ja nicht sein, wenn wir immer die ganze Tüte oder Tafel vertilgen müssen. Dabei geht es genauso lecker auch leichter und gesünder. Alles nussige, also Erdnüsse, Cashewkerne, Pistazien und Co., ist ein echter Energielieferant. Sie liefern Dir Energie, die du nutzt, anstatt sie anzusetzen. Für den winzigen Hunger zwischendurch, der oft eher mit Appetit verwechselt wird, sind diese Köstlichkeiten also bestens geeignet. Eine Hand voll davon und Du fühlst Dich frisch gestärkt. Auch die Paprika-. Gurken- und Selleriesticks sind inzwischen bei uns ein Dauerbrenner. Eine große Schale davon steht immer griffbereit im Kühlschrank, damit das Argument „keine Zeit, das erst noch zu schnippeln“ erst gar nicht greifen kann. Dazu gibt es unterschiedliche Dips, mageren Quark, auch mal selbst gemachtes Aioli. Überhaupt ist die Verfügbarkeit entscheidend: Chips gibt es bei mir nur noch wenn Besuch kommt, dafür ist die Obstschale immer frisch gefüllt.

Die Pausenbrote

Kinder an eine neue Ernährung zu gewöhnen, stellt Eltern vor wiederum andere Herausforderungen, doch gerade da ist es wichtig, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten. Die Schulbrote, die man sieht, lassen da jedoch anderes befürchten. Die Schokocreme ist Pflicht, vermeintlich gesunde Müsliriegel entpuppen sich als Zuckerbomben mit Schoko-Überzug, und wenn die Eltern zu wenig Zeit hatten, gibt es ein paar Euro mit dem Hinweis „Kauf dir was!“. Dass Kinder dann nicht zwingend zum Obstmann gehen, sondern sich für den unverhofften kleine Geldregen lieber Süßigkeiten kaufen, ist so nachvollziehbar wie bedenklich. Dabei gibt es so tolle Schulbrote! Und es ist auch nicht unbedingt ein Hexenwerk, ein Vollkornbrot mit Pute und Salat oder Gurke zu belegen, oder die Brotbox mit ein paar Gemüsesticks und einem kleinen Topf Quark zu füllen. Es dauert in der Regel gar nicht lange, bis die Kinder sich daran gewöhnt haben, denn im Gegensatz zu uns sind sie noch nicht so eingefahren. Sie werden sich fitter fühlen und schnell Geschmack an den leichten Alternativ-Snacks finden.

Abends lieber leicht

Low Carb ist nicht jedermanns Sache, auch ich möchte einfach nicht ein Leben lang auf Nudeln, Reis und Brot verzichten. Aber ich versuche, meinen Bedarf daran eher am Tage zu stillen. Ich habe schlichtweg gemerkt, dass es mir besser geht und dass ich vor allem besser schlafe, seit ich versuche, die letzte Mahlzeit am Tag leichter zu gestalten. Zu einem der heutigen Leibgerichte meiner ganzen Familie zählt heute das Omelette. Es ist lecker, macht satt und ist unfassbar vielfältig. Meine Kinder dürfen sich aus der Gemüseschublade auswählen, was sie möchten: Pilze, Paprika, Fenchel, Tomaten – wir haben schon alles ausprobiert. Wenn ich entscheide, dann eher danach, was vielleicht restverwertet werden muss. Das ist dann obendrein auch noch praktisch. Die Eier werden gut gewürzt und gekräutert, ein Schuss Mineralwasser macht sie fluffig, und wir sind hinterher immer pappsatt. Auch Salate sind mittlerweile hoch im Kurs, seit ich sie mit Cashewkernen oder Scampis bestücke und die Kinder den Salat wirklich schmecken, weil ich ihn nicht mehr im Sahnedressing ertränke. Auch das ist erstaunlich: Ich habe meinen Geschmack ganz neu entdeckt.

Frisch statt fertig

Damit komme ich auch zum grundlegenden Tipp: Frisch kochen ist das Geheimnis. Du selbst wählst aus, was reinkommt. Es macht Spaß. Es ist kreativ. Meine Kinder essen nach wie vor nicht jedes Gemüse, und ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber die Dinge, die ich mag, genügen völlig um tolle Sachen zu kochen. Nichts ist so bunt, knackig und abwechslungsreich wie eine Gemüsepfanne oder ein Auflauf. Mit Brühe statt Sahne, versteht sich. Mein Mann ist zum Brokkoli-Fan geworden, seit ich immer ein paar angeröstete Mandeln dazugebe, dafür aber die Bechamel-Soße weglasse. Du merkst, ich komme ins Schwärmen. Daher kann ich Dir nur den Tipp geben, nach Deinen ganz eigenen Alternativen zu suchen, denn Dir soll es schmecken. Das kann es aber nur, wenn Du dem auch eine Chance gibst. Und damit auch Dir – denn die Waage und Deine Gesundheit werden es Dir danken, und das ganz ohne wirklichen Verzicht.

 

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